DD) Deutschlands Auslandsanleihen,
abweicht, oder daß eine Annuität abgerundet wird. So zahlt
Berlin für seine Anleihe eine Annuität von 1244250 $,
während die mathematisch errechnete nur 1229720 $ be-
tragen würde. Infolgedessen ist als letzte Annuität nur noch
eine wesentlich. kleinere Summe zu zahlen. Für die Kölner An-
leihe ist die Annuität auf 819500 $ abgerundet, während die
mathematisch errechnete eine Kleinigkeit höher wäre. Auch bei
den sonstigen Annuitäten dürfte wohl in der Regel eine Ab-
rundung nach oben oder unten vereinbart sein.
Als Beispiel, wie sich bei einer Annuitätsanleihe die Tilgung
vollzieht und modifizieren kann, wenn der Tilgungsfonds in erster
Linie zu Ankäufen auf dem freien Markt verwendet wird und eine
Auslosung erst in zweiter Linie in Betracht kommt, ist im Anhang
/S. 163) ein Auszug aus dem Emissionsvertrag der Rhein-Main-
Donau A.-G. wiedergegeben.
Soweit bei den ratenweise oder kumulativ zu tilgenden An-
leihen vereinbart ist, daß jeweils in Höhe der Tilgungsrate An-
Jeihestücke auf dem freien Markt zu höchstens dem Auslosungs-
kurs, der sich meistens‘ mit dem Parikurs deckt, gekauft werden
können, besteht, je niedriger der Börsenkurs ist, desto größere
Möglichkeit mehr Anleihestücke zu kaufen, als zum Auslosungs-
kurs möglich wäre, und dadurch. die Anleihe schneller zu tilgen
als durch Auslosung. Vereinzelt (z. B. Dollaranleihe Bremens,
schweizer Franken-Anleihe der Berliner Städtischen Elektrizitäts-
werke) kommt es auch vor, daß mit der zur Verfügung gestellten
Tilgungsrate ausschließlich ein Aufkauf bis zu einem bestimmten
Höchstkurs stattfindet, so daß die Tilgung, soweit ein Ankauf
unmöglich ist, unterbleibt; der Anleihenehmer ist in diesen Fällen
nur zur Auffüllung des Tilgungsfonds verpflichtet, soweit er durch
erfolgte Aufkäufe in Anspruch genommen ist.
Je früher ferner die Tilgungsrate vor dem Auslosungstermin
ader letzten Ankaufstermin zur Verfügung gestellt wird, desto
yrößer ist die Möglichkeit, mit Kursgewinnen Anleihestücke über
den normalerweise vorgesehenen Betrag hinaus anzukaufen und
jadurch die Tilgung zu beschleunigen. Je früher die Anleihe-
stücke vor dem Auslosungs- oder letzten Ankaufstermin ange-
kauft werden, desto mehr Zinsen werden außerdem gespart, und
mit diesen Zinsersparnissen können‘ ebenfalls wieder Anleihe-
stücke gekauft werden.
Bei der Berliner und Kölner Anleihe erfolgt die Einzahlung
der Annuität z. B. halbjährlich, eine Auslosung dagegen nur einmal
'm Jahre. Eine der beiden Halbjahresannuitäten steht also jedes
Jahr mindestens ein halbes Jahr vor dem Auslosungstermin zur
Verfügung Die Annuität der Leipziger Anleihe, deren Aus-
losungstermin der 1. Februar ist, wird am vorhergehenden 1. Ok-
tober eingezahlt, d. h. fünf Monate vorher; die Annuität der Anleihe