Full text: Deutschlands Auslandsanleihen

38 
Deutschlands Auslandsanleihen. 
Westfalen waren an den Anleihen nicht beteiligt. Für sie wurden 
besondere Anleihen aufgenommen, und zwar im ersten Fall durch 
die Landesbank der Rheinprovinz, im zweiten durch die Provinz 
Westfalen. 
Die Landesbank der Rheinprovinz nahm im Mai 
1926 eine Anleihe von 12,3 Mill. hfl auf, von der 4 Mill. fest unter- 
gebracht sowie 5,8 Mill. in Holland durch Mendelssohn & Co, 
Nederlandsche Handel-Maatschappij, Pierson & Co, R. Mees & 
Zoonen und 2,5 Mill. in Sehweden von der Stockholms Enskilda 
Bank und der Skandinaviska Kreditaktiebolaget aufgelegt wurden. 
An der Anleihe sind beteiligt Aachen, Landkreis Aachen, M.-Glad- 
bach, Trier mit je 1287 900, Oberhausen und Remscheid mit je 
966 000, Uerdingen mit 225 500 und Neuß mit 161 100 hfl. Die 
Verwendung ist die übliche (Elektrizitäts-, Gas-, Wasserwerke, 
auch Hafenanlagen). Die Anleihe ist eine unmittelbare Schuld der 
Landesbank und von der Rheinprovinz garantiert sowie noch 
besonders gesichert durch Zession der Forderungen der Landes- 
bank gegen die Städte und den Landkreis Aachen an die Deutsche 
Waren-Treuhand A.-G., Hamburg, als Treuhänderin. Die Tilgung 
erfolgt kumulativ, und zwar nur durch Auslosung, die halbjähr- 
lich zwischen 1. und 15. August und 1. und 15. Februar zum 
1.November bzw. 1. Mai stattfindet. Vorzeitige Kündigung ist mit 
dreimonatiger Voranzeige zum 1. November 1926 und jedem folgen- 
den Zinstermin zu pari nur im ganzen zulässig. Kapital und Zinsen 
sind auch in den Vereinigten Staaten bei der International Accep- 
tance Bank (zum festen Umrechnungssatz von 1000 hfl = 400 $) 
und in der Schweiz beim Schweizerischen Bankverein (zu 1000 hfi 
= 2075 sfr) zahlbar, woraus man wohl schließen kann, daß der 
fest untergebrachte Teil der Anleihe vor allem in diesen beiden 
Ländern untergebracht worden ist. Ein Teil ist wohl auch in 
Deutschland untergebracht, da dem Übernahmekonsortium auch 
die Firmen A. Levy, Köln, und M. M. Warburg, Hamburg, ange- 
hörten. 
Die Provinz Westfalen ließ durch N. M. Rothschild 
& Sons eine Anleihe von 835 000 £ im Juli 1926 in London auf- 
legen, deren Erlös westfälischen Städten und Kreisen, zum kleinen 
Teil auch dem Provinzialverband zugute gekommen ist. Die 
Schuldverschreibungen der einzelnen Städte und Kreise sind 
gleichfalls bei der Waren-Treuhand A.-G., Hamburg, als Sicher- 
heit hinterlegt. Die Tilgung erfolgt gleichfalls kumulativ durch 
halbjährliche Auslosungen, erstmalig zum 15. Januar 1927; vor- 
zeitige Kündigung ist ab 15. Juli 1931 mit zweimonatiger Vor- 
anzeige zulässig. Da die Einzahlung etappenweise erfolgte, lautet 
der am 15. Januar 1927 fällige Zinsschein nur auf 1 £ 18 sh 10 d 
je 100 £. 
Der Ruhrverband ließ durch die Nederlandsche Handel-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.