Auslandsanleihen von Elektrizitätswerken, 41
zu zahlende Zinsengesamtbetrag in Mark zusammengestellt. Der
Tilgungsbetrag ist nur bei der Heidelberger Anleihe höher als der
Nominalbetrag, da diese mit 105 % getilgt wird, während alle
anderen Anleihen zu pari getilgt werden.
Demnach stehen einem Erlös von etwa 530 Mill. 4 (Emissions-
kurswert abzüglich 5 % für Provisionen usw. und ohne Valuta-
schuldenanleihe der acht Städte) Ausgaben von 1190 Mill. M für
Verzinsung und. Tilgung gegenüber. Die Kosten belaufen sich also
auf 600 Mill. M.
Die Auslandsanleihen von Elektrizitätswerken.
Der Ausbau der Elektrizitätsversorgung Deutschlands durch
Erweiterung und technische Verbesserung bestehender und Lr-
richtung neuer Elektrizitätswerke und Überlandzentralen, der
während des Krieges und in den ersten Jahren nach dem Kriege
stark vernachlässigt war, war eine der dringendsten und zugleich
lJohnendsten Aufgaben für die deutsche Volkswirtschaft und ver
sprach gleichzeitig die Beschäftigung und Ernährung einer großen
Anzahl von Arbeitskräften. Man hatte daher auf diesem Gebiete
vielleicht die weitaus geringsten Bedenken gegen eine Aufnahme
von Auslandsanleihen, die infolgedessen eine beträchtliche Höhe
erreicht haben.
Die staatlichen und kommunalen Anleihen sind, wie in den
vorhergehenden Abschnitten ausgeführt, in erheblichem Umfang
für den Ausbau der staatlich kontrollierten oder kommunalen
Elektrizitätswerke sowie für die Erweiterung der staatlichen
Kontrolle von solchen bestimmt. Um welche Beträge es sich
dabei handelt, läßt sich schwer schätzen, abgesehen von dem
zweiten Abschnitt der bayerischen Anleihe, dessen Erlös aus-
schließlich für den Weiterbau und die Erweiterung der vom baye-
rischen Staat kontrollierten Wasserkraftwerke verwendet wird,
und der badischen Anleihe, aus deren Erlös u. a. 7,5 Mill. sfr
Aktien des Kraftwerks Ryburg-Schwörstadt erworben wurden.
Die Anleihen, die Elektrizitätswerke auf ihren eigenen Namen
aufgenommen haben, sind in Tab. 8 zusammengestellt. Abgesehen
von den Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerken, dem Elek-
trizitätswerk Schlesien, den Lech Elektrizitätswerken und den
Kraftübertragungswerken Rheinfelden, deren Aktien sich ganz oder
überwiegend in Privathänden befinden, werden die angeführten
Elektrizitätswerke mehr oder weniger von Ländern oder Kom-
munalverbänden kontrolliert. Die Aktien der Elektrowerke sind
sämtlich im Besitz der Viag, deren Aktien dem Reich gehören.
Die Aktien der Sächsischen Werke sind sämtlich im Besitz des
sächsischen Staates, die der Berliner Städtischen Elektrizitäts-
werke sämtlich im Besitz der Stadt Berlin und die des Elektrizi-