Auslandsanleihen der Industrie, 65
eine 7 % Anleihe von 25 Mill. $ auf 20 Jahre auf. Davon wurden
8 050 000 $ für Europa reserviert, von denen 3,5 Mill. $ in Holland
und 1 Mill. $ in Schweden Anfang Februar aufgelegt sowie
3,55 Mill. $ in der Schweiz und anderen Ländern fest untergebracht
wurden. Jeder Obligation ist ein nicht abtrennbarer Bezugsschein
angefügt, der bis 1. Januar 1931 zum Bezuge von 10 Aktien der
Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks-A.-G. im Nominalwert von
100 MM je Aktie zum Kurse von 100 % oder 23,80 $ je Aktie be-
rechtigt. Wird eine Obligation vorher ausgelost, so erhält der
{nhaber einen selbständigen, auf den Inhaber lautenden Bezugs-
schein ausgehändigt. Die Tilgung der Anleihe erfolgt in der
Weise, daß ab 1. Juli 1926 auf zehn Jahre halbjährlich
625 000 $ zu pari ausgelost werden und in den nächsten 10 Jahren
halbjährlich 1 875 000 $. Eine vorzeitige Kündigung ist im ganzen
oder teilweise mit 3S0tägiger Vorankündigung zu jedem Zins-
termin zulässig, und zwar bis einschließlich 1. Januar 1931 zu
105 %, bis 1. Januar 1936 zu 102 %, später zu 100 %. Als Zweck
der Anleihe ist die Rückzahlung laufender Verbindlichkeiten und
die Erhöhung des Betriebskapitals genannt. Die Anleihe ist durch
eine ausschließliche Hypothek (closed mortgage) auf die gesamten
Liegenschaften der drei Gesellschaften gesichert.
Die Ilseder Hütte, deren Eisen- und Stahlwerke in der
Nähe des reichsten Eisenerzlagers Deutschlands bei Groß-Ilsede in
Hannover aufgebaut und von ausländischem Erz unabhängig sind,
die auch Eisenerz und Kohle sowie deren Nebenprodukte liefert
und die Gemeinden der Umgebung aus ihrem Kraftwerk mit Elek-
trizität mitversorgt (sie besitzt durch eine Tochtergesellschaft
eigene Kohlenzechen bei Herne in Westfalen), nahm Ende April
1926 in Amerika eine 7 % Anleihe von 7,5 Mill. $ auf, wovon
2,25 Mill. für Europa reserviert wurden; 1 Mill. wurde in Holland,
0,5 Mill. in Schweden aufgelegt, der Rest fest untergebracht. Die
Gesellschaft hat am 15. August 1926 zum 1. Oktober (die Anleihe
datiert vom 1. April 1926) und ebenso zu den folgenden Zins-
terminen halbjährlich einen Tilgungsbetrag einzuzahlen, der zum
Ankauf von Anleihestücken zu 103 % dient und ausreicht, die
Anleihe bis zum 1. April 1946 zu tilgen; statt Barzahlungen können
auch Anleihestücke in entsprechendem Nominalbetrag in den
Tilgungsfonds gegeben werden. Falls die Gesellschaft also nicht
Anleihestücke unter 103 % auf dem freien Markt kaufen kann, ist
sie verpflichtet, im Jahre 1926 und im Jahre 1946 je 193 125 $ ein-
zuzahlen, in den dazwischenliegenden Jahren das Doppelte, Eine
vorzeitige Kündigung des ganzen noch ausstehenden Anleihe-
betrages oder eines Teils kann zu jedem Zinstermin zu 103 %
nach 30tägiger Voranzeige erfolgen. Die Gesellschaft hat unter
bestimmten Bedingungen das Recht, von Zeit zu Zeit weitere Obli-
gyationen bis zum Betrage von 2,5 Mill. $ zu emittieren, so daß
Pfitzner. Deutschlands Auslandsanleihen.