70
Deutschlands Auslandsanleihen,
L5-Mill.-$-Anleihe der Silesian-American Corporation. Diese An-{eihe
ist vom 1. August 1926 datiert und läuft nur bis zum
i. August 1941; der Tilgungsfonds ist auf die Zinkförderung
aus der Bleischarley-Grube der polnischen Giesche-Gesellschaft
basiert. Die Obligationen von Giesche’s Erben sind dagegen, abzesehen
davon, daß sie mit 8% % verzinslich sind, vom 1. November
1925 datiert und laufen bis 1. November 1945. Ihre
Tilgung erfolgt in regelmäßigen Halbjahresraten von 150 000 $.
Um eine amerikanische Anleihe für die verschiedenen Teile
les Stinnes’schen Familienbesitzes zur Ablösung der Schulden bei
den deutschen Banken zu ermöglichen, wurden in den Vereinigten
Staaten zwei Holdinggesellschaften gegründet: Die Hugo
Stinnes Corporation mit einem autorisierten Aktienkapital
vom 1200000 $ und die Hugo Stinnes Industries,
[ne., mit einem solchen von 300 000 $. Die Hugo Stinnes Industries
kontrolliert durch Aktienbesitz die Stinnes’schen Kohleninteressen
(Gewerkschaft Matthias Stinnes, Mülheimer Bergwerks-Verein
A.-G., Hugo Stinnes G. m. b. H. und verschiedene andere
Bergwerks-, Transport- und Handelsgesellschaften für Kohle und
Kohlennebenprodukte). Die zur Zeit der Anleiheaufnahme beyebenen
1 Mill. $ Aktien der Hugo Stinnes Corporation sind im
Besitz der Familie Stinnes. Den Anleihebesitzern sind Bezugsrechte
auf 250 000 Aktien der Corporation eingeräumt. Die bisner
gegebenen 220000 Aktien der Industries befinden sich
wiederum im Besitz der Corporation.
Die Hugo Stinnes Corporation hat eine zehnjährige Anleihe
(Gold Notes) von 12,5 Mill. $, die Industries eine 20jährige
(Gold Debentures) in gleicher Höhe begeben. Beiden Anleihen
sind Bezugsscheine auf Aktien der Corporation beigegeben, und
zwar auf eine Obligation von 1000 $ je fünf Bezugsscheine, die
innerhalb 30 Tagen nach dem 1. Oktober 1927 präsentiert werden
müssen, und je fünf Bezugsscheine, die zwischen dem 1. Oktober
1927 und dem 1. Januar 1929 präsentiert werden müssen. Der je
Aktie zu zahlende Preis ist 20 $. Bei Obligationen, die vor dem
I. Oktober 1927 zur Rückzahlung aufgerufen sind, kann das
Bezugsrecht schon vorher bis spätestens am Rückzahlungstermin
ausgeübt werden. Der Erlös der beiden Anleihen war für Rück:
zahlung von Bankdarlehen bestimmt, die in der Zeit der Liqui-Jierung
des nicht zu den Kohleninteressen gehörenden Besitzes
aufgenommen worden waren.
Von den Notes der Corporation sollen jährlich mindestens
L 250 000 $ zurückgezogen werden. Tatsächlich sind in den ersten
acht Monaten bereits 2 Mill. $ zurückgezogen worden, und im Juli
1927 erfolgte die Zurückzahlung von weiteren 328 000 $. Die
schnelle Tilgung hängt damit zusammen, daß die Corporation die
Kontrolle über diejenigen Vermögensteile der Familie Stinnes