Auslandsanleihen der Industrie.
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Tilgung erfolgt durch Auslosung, soweit nicht ein Ankauf unter
pari erfolgt ist.
Eine Anleihe von gleicher Höhe hat die Gewerkschaft
Carolus Magnus in Übach bei Aachen am 24. Juni
1927 zu 96% % auflegen lassen. Außerhalb Hollands wurden
3 Mill. hfl untergebracht (in Schweden wurde die Anleihe ohne
bestimmten Betrag von der Svenska Handelsbanken aufgelegt).
Die Gewerkschaft ist im Jahre 1911 durch die Forges et Acieries
Je 1a Marine et d’Homecourt in Saint-Chamond, Acieries de Miche-
ville in Villerupt, Hauts-Fourneaux et Fonderies de Pont-ä-
Mousson gegründet, von denen jede Gesellschaft 13 der Kuxe
besitzt. Die Konzession der Gewerkschaft liegt im Kreis Geilen-
kirchen und hat einen Umfang von 10 preußischen Normalfeldern
’2200 ha). Der Kohlenreichtum wird auf mindestens 550 Mill. Tonnen
geschätzt. Die Kohlenproduktion belief sich im Jahre 1924 auf
75 725 t, 1925 auf 121 264 t, 1926 auf 243942 t und wird für
1927 auf mindestens 400 000 t geschätzt. Der Absatz erfolgte im
Jahre 1926 zu je % nach Deutschland, Belgien und Frankreich.
Die Anleihe ist durch Eintragung einer Grundschuld in Höhe von
17 Mill. GA. gesichert, die unmittelbar im Range der öffentlich-
rechtlichen Lasten folgt. Außerdem haben die genannten fran-
zösischen Gesellschaften die Haftung zu je % übernommen. Die
Anleihe ist steuerfrei. Die Tilgung erfolgt ab 1933 in kumula-
tiver Weise bis zum Jahre 1957 durch jährliche Auslosungen zu
Yari zum 1. Juni jedes Jahres !). Vom 1. Juli 19838 ab kann eine
verstärkte Tilgung mit viermonatiger Voranzeige erfolgen.
Die elektrotechnische Industrie ist unter den
Auslandsanleihen durch die A.E.G., den Siemens-Konzern, die
Osram G. m. b. H., die Elektrizitäts-A.-G. vorm. Lahmeyer & Co
und die Deutsch-Atlantische Telegraphengesellschaft vertreten.
Ferner haben die Deutschen Kabelwerke eine nicht öffentlich
aufgelegte Anleihe in Neuyork aufgenommen,
Die erste Anleihe der Allgemeinen ElektrizitätSs-
Gesellschaft (A.E.G.) ist unter den öffentlich aufgelegten
Anleihen, abgesehen von einigen kleinen kirchlichen. Anleihen,
nach den Anleihen Krupps und Thyssens die drittälteste. Sie
wurde am 26. Januar 1925 im Betrage von 10 Mill. $ aufgelegt,
Der Emissionskurs betrug 93% % und war wesentlich ungünsti-
ger als bei den Anleihen Krupps (99% %) und Thyssens (98% %).
Außerdem ist sie mit 105 % zu tilgen. Abgesehen davon, daß die
Anleihe 20 Jahre läuft, während die Anleihen Krupps und
Thyssens nur 5 Jahre laufen, erklären sich die ungünstigeren Be-
dingungen daraus, daß die Anleihen Krupps und Thyssens zu-
nächst nicht die erwartete günstige Kursentwicklung zeigten.
Die Anleihe ist nicht hypothekarisch gesichert; die Gesellschaft
1 Die Tilgungsbeträge sind im Prospekt angegeben.