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Dritter Teil.
er. von den honettesten Absichten geleitet wird, von der Masse
gelyncht zu werden. Wie das selbst mit den schwarzen Ärzten
geschieht, wenn. sie sich in besonderen Fällen dazu verleiten
lassen, weiße Patientinnen zu behandeln 3%, Denn in den Süd-
staaten kann sich die weiße Masse einfach nicht vorstellen, daß
sich ein Neger weißen Frauen, zu welchem Zweck immer, nähern
dürfe. >
Trotzdem scheint es, daß zwischen den beiden Rassen aller-
hand mysteriöse sexuelle Anziehungskräfte obwalten. Die
Südstaatler warfen den Nordstaaten vor, den Krieg nicht aus
Befreiersehnsucht, sondern aus geschlechtlicher Gier nach den
Negermädchen zu führen: that lust for. the African women was
a far more prevalent motive than their pretended humanity
for their hKberating zeal. Die Berechtigung zu diesem Vorwurf
soll in-den Liebesbriefen gelegen haben, die bei den gefallenen
Nordsoldaten aufgefunden worden waren 3%, Der angeblichen,
zur Lynchjustiz führenden Gier des Negers nach der weißen
Frau hat nach psychoanalytischen Methoden der bekannte
Psychologe Frazier eine geheime Sucht der weißen Frau nach
dem Neger zur Seite gesetzt: seine Thesen gehen darauf hinaus,
„that the alleged reasons for violence are simply defence
mechanisms for unacceptable wishes is shown by a case in
which a juror was lynched for voting to exonerate a Negro
accused of a crime! The energetic measures which Southerners
use to prevent legal unions of white with colored people look
suspiciously like compensatory reactions for their own fru-
strated desires for such unions%%, ‚.,It is not unlikely that
imaginary attacks by Negroes (on white women) are often
4 Edward Franklin Frazier, The Pathology of Race Prejudice.
Forum, June 1927, p. 860; vgl. auch den Roman des Negerdichters Walter
F. White, With Fire and Flint.
305 Defence of Virginia, in Calhoun, II, p. 363.
308 Frazier, S. 859.