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Dritter Abschnitt
Webers ähneln, und eine Biene beschämt durch den Bau ihrer Wachs
zellen manchen menschlichen Baumeister. Was aber von vornhereir
den schlechtesten Baumeister vor der besten Biene auszeichnet, ist
daß er die Zelle in seinem Kopf gebaut hat, bevor er sie in Wach‘
baut. Am Ende des Arbeitsprozesses kommt ein Resultat heraus, da‘
beim Beginn desselben schon in der Vorstellung des Arbeiters, als‘
schon ideell vorhanden war. Nicht daß er nur eine Formverände
rung des Natürlichen bewirkt; er verwirklicht im Natürlichen zv
gleich seinen Zweck, den er weiß, der die Art und Weise seine“
Tuns als Gesetz bestimmt und dem er seinen Willen unterordne”
muß. Und diese Unterordnung ist kein vereinzelter Akt. Außer de”
Anstrengung der Organe, die arbeiten, ist der zweckgemäße Wille
der sich als Aufmerksamkeit äußert, für die ganze Dauer der Arbe?
erheischt, und um so mehr, je weniger sie durch den eigenen Inhal
und die Art und Weise ihrer Ausführung den Arbeiter mit sich for'
reißt, je weniger er sie daher als Spiel seiner eigenen körperlich®
und geistigen Kräfte genießt.
Die einfachen Momente des Arbeitsprozesses sind 1. die zwed
mäßige Tätigkeit oder die Arbeit selbst, 2. der Gegenstand, auf d®
sie wirkt, und 3. das Mittel, wodurch sie wirkt.?
Die Erde (worunter ökonomisch auch das Wasser einbegriffen)
wie sie den Menschen ursprünglich mit Proviant, fertigen Lebens
mitteln ausrüstet,!* findet sich ohne sein Zutun als der allgemeiß‘
Gegenstand der menschlichen Arbeit vor. Alle Dinge, welche di
Arbeit nur von ihrem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Erd
ganzen loslöst, sind von Natur vorgefundene Arbeitsgegenständ“
So der Fisch, der von seinem Lebenselement, dem Wasser, getrenz!
gefangen wird, das Holz, das im Urwald gefällt, das Erz, das 2
seiner Ader losgebrochen wird. Ist der Arbeitsgegenstand dageg®
selbst schon sozusagen durch frühere Arbeit filtriert, so nennen W*
ihn Rohmaterial. Zum Beispiel das losgebrochene Erz, das nu
ausgewaschen wird. Alles Rohmaterial ist Arbeitsgegenstand, ab?
1 In der französischen Ausgabe macht hier Marx folgende Bemerkut!
zu dem Wort „Arbeitsprozeß“: Das Wort „Prozeß“, das eine Entwicklu»
bezeichnet, die im Gesamtzusammenhang ihrer realen Bedingungen betracht®
wird, gehört schon seit langem in ganz Europa zur Sprache der wisse
schaft. In Frankreich hat man es zuerst schüchtern in seiner lateinisch“
Form eingeführt: processus. Später wurde es dieser pedantischen ver
kleidung entledigt und schlich sich in die chemischen, physiologischen
ähnliche Bücher sowie in einige metaphysische Werke ein. Es wird schlie®
lich völlig naturalisiert werden. In der gewöhnlichen Sprache gebraucht”
Deutsche wie Franzosen das Wort Prozeß in seinem juristischen Sinne. fg
1a „Die freiwilligen Hervorbringungen der Erde sind spärlich und %
den Menschen ganz unabhängig. Sie scheinen uns daher von der Natur ,
derselben Absicht gegeben zu sein, wie man einem jungen Menschen ne
kleine Summe gibt, um ihn in die Lage zu versetzen, für sich zu arbeit 4
und ein Vermögen zu erwerben.“ (James Steuart: „Prineiples of Politi(
Eeonomvy. Ed. Dublin 1770“. vol. l. p. 116.)