Uneheliche Kinder aus Konkubinaten.
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kcordiniert, dagegen beide einer dritten Erscheinung, wie z. B.
dem Zunehmen des Alkoholismus, subordiniert sein können468,
Oder die Mehrung der Selbstmordsziffern und der Eheschei-
dungen vermag auch einer weiteren, dritten Quelle zu entstam-
men, z. B. der Minderung der Religiosität. Tarde bemerkt:
J’ajoute que ce point de vue est assez consolant; de me&me que
la progression des suicides n’autorise peut-etre pas & affirmer
le progres du desespoir, celle des separations et des divorces
pourrait bien ne pas suffire ä prouver qu’on est devenu moins
heureux en menage4%, Es frägt sich nur, ob der Verlust des
Glaubens an Gott für den Durchschnitt der Menschen wirklich
„trostreicher‘‘ ist als der Verlust des Glaubens an die Liebe.
Auf der gleichen Stufe steht die schon von Galiani mit Spott
überschüttete Frage, ob nicht aus dem Gang der Pfandhäuser
Anhaltepunkte für die Unsittlichkeit (libertinage) einer Be-
völkerung gewonnen werden könnten. Ein solcher Versuch be-
deute nur eine erneute Anwendung des wissenschaftlich un-
sinnigen Satzes post hoc, ergo propter hoc. Wobei Galiani die
weitere treffende Bemerkung macht, die Quantitäten Gut und
Schlecht ließen sich überhaupt nicht berechnen. „Le calculer en
general est une entreprise au-dessus des forces de l’entende-
ment humain, et il n’y aurait qu’un &conomiste ä tete echauffee,
qui s’aviserait de trancher une decision sur cela 59.“
3) Aus rechtlichen oder beruflichen Zwangslagen.
Das gleiche wie das über die Folgen schlechter wirtschaft-
licher Konjunkturlage Gesagte läßt sich, wenn auch in stark
vermindertem Maße, von der Gesetzgebung wiederholen.
48 Wilhelm Lexis, Moralstatistik, S. 708.
49 Gabriel Tarde, Criminalite Comparee, 5. Ed., Paris 1914, Alcan,
PD. 372.
50 Ferdinando Galiani, Lettre ä4 M. de Sartine, de Naples, le 27
avrıl 1770, im IV. Bande der Werke Galianis in der Sammlung der
Scrittori Italiani di Economia Politica, Milano 1803, Destefanis, p. 225.