Metadata: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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mus und zwar zunächst Anfangs der vierziger Jahre für das 
Geld der Französischen Akademie von Herrn Reybaud gezeigt 
worden ist, müsste überraschen, wenn nicht der feindliche Gegen 
satz gegen die bessern Tendenzen und die Wahlverwandtschaft 
für die Schwächen hier Alles erklärte. Auf eben derselben 
Ursache beruht auch der überallhin fortgepftauzte Fehlgriff, das 
nach dem Tode St. Simons Vorgegangene zur Hauptsache zu 
machen, die Albernheiten und Thorheiten der Secte nicht nur 
für zurechnungsfähig zu erachten, sondern auch in den Vorder 
grund zu stellen, und ausserdem die Fourier und Owen,als be 
deutendere Erscheinungen auszugeben. Einen gewissen Antheil 
hat hieran nicht blos der Mangel an Kritik, sondern auch der 
natürliche Instinct gehabt, mit dem Schwächsten am leichtesten 
fertig werden und das eigne, nicht sehr ausgiebige Urtheil hiebei 
am erfolgreichsten verwerthen zu können. 
Die Fortpflanzung der eben angedeuteten, um die eigent 
lichen Gedanken wenig bekümmerten Auffassung hat über 
St. Simons Socialismus die wunderlichsten Vorstellungen er 
zeugt. Bei dem Namen Socialist sollte doch etwas gedacht 
werden, und von dem seltsamen Grafen transpirirte in das 
weitere Publicum nicht viel mehr als äusserliche Anekdoten 
und ein Bericht über das, was nach seinem Tode unter seinem 
Namen zum Skandal geworden war. Seine eignen Ideen wur 
den am allerwenigsten ins Auge gefasst, und erst in aller 
jüngster Zeit ist durch die Berühmtheit August Comtes, der 
sich als junger Mann, etwa 1817 an St. Simon anschloss, die 
Aufmerksamkeit auf die Gedanken desjenigen zurückgelenkt 
worden, dessen Schüler und Mitarbeiter der Verfasser des 
„Cursus der positiven Philosopliie” geworden war. 
7. Dieses Schicksal der St. Simonsehen Gedanken ist sehr 
erklärlich. Die Unbestimmtheit, in der dieselben auftraten, 
und noch weit mehr die letzte Blosstellung ihrer Schwäche ge 
stattete einem phantastischen Jüngerthum die thOrichtsten Aus 
schreitungen. Ein fester vorstandesmässiger Anhaltspunkt war 
nicht gegeben; was an Geist und guten Ideen in den Schriften 
St. Simons angetroffen wurde, hatte keine rationell zwingende 
Form und konnte daher kein Bindemittel abgeben. Im Gegen- 
theil musste Derartiges denen, die sich eigentlich nur für eine 
neue Religion interessirteu und tief unter dem Niveau der 
wichtigsten Ideen des Meisters blieben, als sehr gleichgültig
	        
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