Full text: Das Jungdeutsche Manifest

mittel herzustellen, welches durch die von der Volksdienstpflicht ge— 
schaffenen Werte gedeckt wird. Alle von der Volksdienstpflicht ge— 
schaffenen Werte sind grundsätzlich Volkseigentum. 
Volksdienstpflicht und freie Wirtschaft 
Um zu verhindern, daß die Volksdienstpflicht in Wettbewerb mit 
der freien Wirtschaft tritt, hat die Vertretung der Wirtschaft im 
Bolksstaat, die Wirtschaftskammer, das Mitbestimmungsrecht für ihren 
Einsatz. Die freie Wirtschaft kann diese Mobilmachung der Kräfte 
nur als eine Vergrößerung ihrer Erwerbsmöglichkeiten betrachten. 
Die Aufnahmefähigkeit des Binnenmarktes wird vergrößert. Die 
Wirtschaft erhält neue Absatzmöglichkeiten. Das Vermögen der Nation 
vird gehoben. 
Die Arbeiterschaft hat den Vorteil der Hebung des Arbeitsmarktes 
Wenn die Volksdienstpflicht auf einem Gebiete der Werterzeugung 
so viel geschaffen hat, daß die Einengung des Marktes für die freie 
Wirtschaft eintritt, so wird sie für neue Aufgaben eingesetzt. 
Die freie Wirtschaft muß jede Maßnahme begrüßen, die den 
Wohlstand der Nation hebt. Darum muß sie auch die große Maß— 
nahme der binnenländischen Kolonisation durch die Volksdienstpflicht 
hegrüßen. 
Volksdienstpflicht und Dawesinteressenten 
Das Deuitsche Reich hat die Souveränität über seine eigene Ver— 
waltung und Finanzwirtschaft verloren. Der Reparationsagent hat 
die Aufsicht über die Verwaltung der deutschen Finanzen. Es entsteht 
daher die Frage, ob die Dawes-Diktatur der Gläubiger Deutschlands 
die Einrichtung der Volksdienstpflicht zulassen wird. Das Volksdienst— 
ministerium ist gerade aus diesem Grunde von der gesamten Finanz- 
wirtschaft des Reiches vollkommen getrennt. Die Verträge für die 
Abgeltung der deutschen Kriegslasten sind mit Ausnahme der Fest— 
setzung der Summe beendet und abgeschlossen. Wenn das deutsche 
Volk aus eigenem freien Entschluß sich durch die Volksdienstpflicht 
eine neue Erwerbsquelle für die Mehrung seines Wohlstandes ge— 
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