Full text: Das Jungdeutsche Manifest

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wieber zu neuen und großen Erschütterungen führen. Vom staats⸗ 
männischen Gesichtspunkt müßte jede unnötige Erschütterung vermieden 
werden. Diesem Gesichtspunkte trägt das parteiistische System keine 
Rechnung. 
Im Volksstaate ergänzt sich die Führerschaft nach anderen Be— 
griffen. Der Führungswechsel tritt selbsttätig an allen den einzelnen 
Stellen ein, an denen er aus irgendeinem Grundsatz für geboten er⸗ 
scheint. Das gesamte Staatswesen wird durch diese sich unaufhörlich 
vollziehende Ergänzung und Auswechselung in der Führerschaft aber 
nicht erschüttert. Die großen Wahlschlachten, welche nach dem partei— 
istischen System die Leidenschaften des ganzen Volkes bis ins tiefste 
aufwühlen, gibt es im Volksstaat nicht. 
Darum hat sein System den Anspruch darauf, als 
besserer Hüter eines gesunden geschichtlichen Werdens 
und einer organischen politischen Entwicklung zu gelten. 
Das System ist also im besten und wohlverstandensten 
Sinne konservativ. 
Demagogie und Volksstaat 
Die Demagogie ist die schlimmste Beigabe aller unorganischen 
Staaten. Durch sie entsteht Verwirrung. Nur in der Verwirrung 
können anonyme Gewalten zur Herrschaft kommen. 
Es gibt kein System, welches die Anwendung der 
Demagogie vollkommen ausschalten könnte. 
Hierzu ist auch der Volksstaat nicht in der Lage. Die Demagogie 
ist aber im Volksstaat ihrer Macht beraubt, weil ihr das beste 
Wirkungsfeld, die Masse, genommen ist. 
Sie ist auf die kleinste Zelle beschränkt. Durch den 
gotischen Aufbau des Kurführertums, durch die persön— 
liche Verbundenheit der gesamten Führerschaft und durch 
die lebendige Verbindung dieser Führerschaft mit dem 
»rganisierten Volke ist die Demagogie unter Aufsicht 
gestellt. 
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