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wieber zu neuen und großen Erschütterungen führen. Vom staats⸗
männischen Gesichtspunkt müßte jede unnötige Erschütterung vermieden
werden. Diesem Gesichtspunkte trägt das parteiistische System keine
Rechnung.
Im Volksstaate ergänzt sich die Führerschaft nach anderen Be—
griffen. Der Führungswechsel tritt selbsttätig an allen den einzelnen
Stellen ein, an denen er aus irgendeinem Grundsatz für geboten er⸗
scheint. Das gesamte Staatswesen wird durch diese sich unaufhörlich
vollziehende Ergänzung und Auswechselung in der Führerschaft aber
nicht erschüttert. Die großen Wahlschlachten, welche nach dem partei—
istischen System die Leidenschaften des ganzen Volkes bis ins tiefste
aufwühlen, gibt es im Volksstaat nicht.
Darum hat sein System den Anspruch darauf, als
besserer Hüter eines gesunden geschichtlichen Werdens
und einer organischen politischen Entwicklung zu gelten.
Das System ist also im besten und wohlverstandensten
Sinne konservativ.
Demagogie und Volksstaat
Die Demagogie ist die schlimmste Beigabe aller unorganischen
Staaten. Durch sie entsteht Verwirrung. Nur in der Verwirrung
können anonyme Gewalten zur Herrschaft kommen.
Es gibt kein System, welches die Anwendung der
Demagogie vollkommen ausschalten könnte.
Hierzu ist auch der Volksstaat nicht in der Lage. Die Demagogie
ist aber im Volksstaat ihrer Macht beraubt, weil ihr das beste
Wirkungsfeld, die Masse, genommen ist.
Sie ist auf die kleinste Zelle beschränkt. Durch den
gotischen Aufbau des Kurführertums, durch die persön—
liche Verbundenheit der gesamten Führerschaft und durch
die lebendige Verbindung dieser Führerschaft mit dem
»rganisierten Volke ist die Demagogie unter Aufsicht
gestellt.
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