Full text: Das Jungdeutsche Manifest

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Der Wert der Partei 
Die Partei besteht aus einer Clique, die sie 
regiert, aus Angestellten, welche von dieser Clique 
abhängig sind, und einer Masse, welche durch Partei— 
taktik gelenkt wird. 
Die Zahl der Idealisten, die einer Partei selbstlos dienen, ist ver⸗ 
schieden. Sie ist jedoch überall in der Abnahme begriffen, da die Partei 
aus Wesensgründen nicht in der Lage ist, die Werte des Idealismus zu 
schaffen oder zu hüten. Alle plutokratisch geführten Parteien haben kein 
Interesse an der Entwicklung eines Gemeinschaftsgeistes. Die pluto— 
kratischen Machthaber können die Masse ohne diesen besser beeinflussen. 
In der Umbildung der Masse zur Gemeinschaft liegt für sie eine Gefahr. 
Je weniger Bindung innerhalb der Partei— 
angehörigen besteht, um so ohnmächtiger ist die 
Masse der Parteimitglieder gegenüber den pluto— 
kratischen Machtmitteln. 
Das Interesse der Partei an der Verbundenheit ihrer Mitglieder 
und Anhänger geht nur so weit, daß eine höchstmögliche Stimmenzahl 
bei den Wahlen gefichert wird. Weil die Taktik der Partei aus der 
händlerischen Umwerbung der einzelnen Menschen und Gruppen besteht, 
ist fie zu einer erzieherischen Tätigkeit im Sinne der Werteschaffung in 
keiner Weise befähigt. Der Mensch, welcher der Partei beitritt, findet 
dort keine Heimat. Seine staatsbürgerliche Betätigung im Rahmen der 
Partei dient und nützt nur deren Erhaltung und Ausbreitung. 
Parteiismus und Fuͤhrertum 
Der Führer im parteiistischen System wird gewählt. Mit dieser 
Wahl glaubte das Volk, seine Mitverantwortlichkeit an der Gestaltung der 
politischen Machtverhältnisse gesichert zu haben. Mittlerweile ist die 
Erkenntnis wach geworden, daß diese Wahl nur eine Scheinhandlung ist. 
Der Sinnder Wahlistnicht die Abgabe der Stimme, 
sondern die mitverantwortliche Prüfung der Eigen— 
schaften des zu Wählenden. 
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