Full text: Das Jungdeutsche Manifest

heften. Diese Organisation darf im heutigen Parteistreit nicht ein— 
seitig gebunden sein. Sie muß ihre Aufgabe im Dienst an der Nation 
und nicht im Dienst an einer Parteigruppe sehen. Nachdem es dem 
Jungdeutschen Orden gelungen ist, seine Anhängerschaft von der 
Notwendigkeit dieser Grundeinstellung zu überzeugen, beginnt seine 
weitere Aufgabe, die Gestaltung der Idee. 
Das jungdeutsche Manifest ist der Anfang dieser 
Arbeit. 
Vorwort zur g2. Auflage 
Die Tatsache, daß die erste Auflage des Jungdeutschen Manifestes 
in kaum mehr als 14 Tagen vergriffen war, zeigt schon das außer— 
ordentliche Interesse, das weite Kreise ihm entgegengebracht haben. 
Am 18. Dezember fand in Berlin ein Reichsordenskapitel statt. Über 
3000 jungdeutsche Führer aus dem ganzen Reiche waren zusammen⸗ 
geeilt und legten ein erhebendes Zeugnis von der Willenskraft und 
einmütigen Geschlossenheit der gesamten jungdeutschen Bewegung ab. 
Die Überzeugung von der Lebensfähigkeit dieser Bewegung überwand 
manche Bedenken, die in weiten Kreisen über die Möglichkeit einer 
Verwirklichung jungdeutscher Gedankengänge bestanden. 
Die Presse des In- und Auslandes hat dem Jungdeutschen Mani⸗ 
fest eine außerordentliche Beachtung gezollt. Schon nach wenigen 
Tagen lagen etwa 500 Zeitungsbesprechungen ernstzunehmender 
Nalur vor. Bereits in diesen Besprechungen zeigt sich der deutsche 
Wille zur neuen Frontbildung. Man kann keineswegs sagen, daß 
sich irgendwelche parteipolitischen Gruppen geschlossen dafür oder 
dagegen ausgesprochen hätten. Der größte Teil der Besprechungen 
begrüßt den grundlegenden Umsturz der Ordnung in Volk und Staat, 
den die Gedanken des Manifestes in sich bergen. Darüber hinaus er— 
wärmt sich ein großer Teil der Presse bereits für die Grundgedanken 
der jungdeutschen Neuordnung im Volksstaat. Völlige Ablehnung, sei 
es durch Spott, absichtliche Entstellung oder durch Totschweigen, er⸗ 
zährt das Jungdeutsche Manifest nur durch einige plutokratische Zei⸗ 
tungen und durch einen Teil der radikalen Richtungen. 
Unter den Beanstandungen ernstzunehmender Kritiken kehren am 
meisten die Behauptungen wieder: „Die Wirtschaft ist nicht genügend 
herücksichtigt“, und „die politische Organisation des Staatsbürger-⸗ 
tums im Rahmen der Nachbarschaft ist bei dem heutigen Zustand der 
Nation nicht möglich“ 
J.
	        
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