5
r
;E
3
n
ı£
:T
Ir
m
.f
&
l-
a
a
A
ad
A
Zweites Kapitel.
53
iertigen Gestalt ausgeht, um sie hinterher zu analysieren. Der Aus-
lauschprozeß gibt der Ware, die er in Geld verwandelt, nicht
ihren Wert, sondern ihre besondere Wertform. Die Verwechs-
lung beider Bestimmungen verleitete dazu, den Wert von Gold
und Silber für imaginär [bloß in unserer Vorstellung bestehend] zu
alten. 46 Weil Geld in bestimmten Funktionen durch bloße Zeichen
seiner selbst ersetzt werden kann, entsprang der andere Irrtum, es sei ein
öloßes Zeichen. Anderseits lag darin die Ahnung, daß die Greldform
des Dinges ihm selbst äußerlich und bloße Erscheinungsform dahinter
versteckter menschlicher Verhältnisse, In diesem Sinn wäre jede Ware
ein Zeichen, weil als Wert nur sachliche Hülle der auf sie verausgabten
Nenschlichen Arbeit.*? Indem man aber die gesellschaftlichen Charaktere,
Nessen, wenn ein kleineres Gewicht davon ausgetauscht wird gegen eine
größere Masse der landwirtschaftlichen oder industriellen Produkte eines
Landes usw.“ („A Discourse of the General Notions of Money, Trade,
and Exchange, as they stand in relations to each other. By a Merchant.
London 1695“, p. 7.) „Wenn auch Gold und Silber, gemünzt oder ungemünzt,
um Maßstab für alle andern Dinge gebraucht werden, sind sie doch nicht
Weniger eine Ware als Wein, Oel, Tabak, Kleider oder Zeug.“ („A Discourse
Sohcerning Trade, and that in particular of the East-Indies etc. London
1689“, p. 2.) „Als Vermögen und Reichtum des Königreichs (Englands)
kann füglich nicht nur das Geld angesehen werden, noch kann Gold und
Silber der Warencharakter abgesprochen werden.“ („The East India Trade
a most Profitable Trade. London 1677“, p. 4.)
4 Gold und Silber haben als Metalle ihren Wert, noch bevor sie zu
Geld geworden.“ (Galiani: „Della Moneta“.) Locke sagt: „Die allgemeine
Uebereinstimmung der Menschen legte dem Silber, wegen seiner Quali-
Öüten, die es zum Geld geeignet machten, einen imaginären Wert bei.“
Dagegen Law: „Wie könnten verschiedene Nationen irgendeiner Sache
nen imaginären Wert geben ... oder wie hätte sich dieser imaginäre
Wert erhalten können?“ Wie wenig er selbst aber von. der Sache verstand:
„Das Silber tauschte sich aus nach dem Gebrauchswert, den es hatte, also
aach seinem wirklichen Wert; durch seine Bestimmung als Geld erhielt es
nen zuschüssigen Wert (une valeur additionelle).“ („Jean Law: „Considerations
Sur le numö6raire et le commerce“ in E. Daires Edit. der „Economistes
Financiers qu XVII sisele“, p. 470.)
b *7 „Das Geld ist das Zeichen dafür (für Waren).“ (V. de For-
Önnais: „El&ments du Commerce. Nouv. Edit. Leyde 1766“, vol. II, p. 143.)
a Zeichen wird es von den Waren angezogen.“ (Ebenda, S. 155.) „Das
4 eld ist das Zeichen für eine Sache und vertritt sie.“ (Montesquieu: „Esprit
ze Lois. Oeuvres, London 1767“, vol. II, p. 2.) „Das Geld ist nicht bloßes
4 Sichen, denn es ist selbst Reichtum; es vertritt nicht die Werte, es ist
U Wert.“ (Le Trosne: „De YInteret Social“, p. 910.) „Betrachtet man
©n Begriff des Wertes, so wird die Sache selbst nur als ein Zeichen an-
Sesehen, und sie gilt nicht als sie selber, sondern als was sie wert ist.“
(Hegel: „Philosophie des Rechtes“, S. 100.) Lange vor den Oekonomen
n achten die Juristen die Vorstellung von Geld als bloßem Zeichen und dem
en imaginären Wert der edien Metalle in Schwung, im Lakaiendienst
On königlichen Gewalt, deren Münzverfälschungsrecht sie das ganze Mittel-
G er hindurch auf die Traditionen des römischen Kaiserreichs und die
eldbegriffe der Pandekten stützten. „Niemand kann und darf bezweifeln.“