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Ich verkenne nicht, daß Dich jener Anblick mit Recht
im höchsten Grade beleidigen und entrüsten mußte. Es
ist unverantwortlich von ***, zum Schauplatz solcher
Dinge das eigene Haus zu wählen und gar noch eine
Zeit, in der Du kaum dem Tode entronnen.
Gleichwohl scheinst Du mir mehr Gewicht auf die
Sache zu legen, als sie bei ruhig-vernünftiger Betrach
tung verdient! — Soweit ich herumgekommen, habe ich,
das glaube mir, keinen Ehemann gesehen, der seiner
Frau wirklich die eheliche Treue bewahrte, sehr viele Ehen
aber, die trotzdem sehr glückliche zu nennen waren! Es
kann auch wirklich einer vernünftigen Frau, ist ihre Be
handlung undStellung nur sonst, wie sie wünschen und
fordern kann, fast ganz einerlei sein, ob ihr Mann Neben
sprüngemacht, wenn er nur so viel Rücksicht und Zartgefühl
hat, dies seiner Frau sorgfältig zu verstecken...
Ich begreife, wie eine Frau sich unglücklich fühlen
kann, wenn ihr Mann ein vollständiges Verhältnis
mit einer andern hat, diese liebt. Natürlich, sie ist
durch diese neue geliebte Mätresse usw. in jeder Hin
sicht verdrängt und kann fürchten, daß dies auch auf
ihre Behandlung, Stellung mächtig influenzieren
wird. Aber eine bloße — avec permission — Schwei
nerei ... würde mich so wenig wirklich kränken, be
leidigen, unglücklich machen, wie etwa (folgt ein etwas
derber Vergleich).
Wie ich auch... schrieb — welchen Brief ich Dich
gleichfalls zu lesen bitte — kommt alles ausschließlich