Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

Drittes Kapitel. 
Geldlarve tritt an ihre Stelle. Die zweite Zirkulationshälfte durch- 
läuft sie nicht mehr in ihrer eigenen Naturalhaut, sondern in ihrer 
Goldhaut. Die Kontinuität [der ununterbrochene Fortgang] der Be- 
wegung fällt damit ganz auf die Seite des Geldes, und dieselbe 
Bewegung, die für die Ware zwei entgegengesetzte Prozesse ein- 
Schließt, schließt als eigene Bewegung des Geldes stets denselben 
Prozeß ein, seinen Stellenwechsel mit stets anderer Ware. Das 
Resultat der Warenzirkulation, Ersatz von Ware durch andere 
Ware, erscheint daher nicht durch ihren eigenen Formwechsel ver- 
Wittelt, sondern durch die Funktion des Geldes als Zirkulations- 
mittel, welches die an und für sich bewegungslosen Waren zirku- 
liert, sie aus der Hand, worin sie Nichtgebrauchswerte, in die Hand 
überträgt, worin sie Gebrauchswerte, stets in entgegengesetzter 
Richtung zu seinem eigenen Lauf. Es entfernt die Waren beständig 
Aus der Zirkulationssphäre, indem es beständig an ihre Zirkulations- 
Stelle tritt und sich damit von seinem eigenen Ausgangspunkt ent- 
fernt. Obgleich daher die Geldbewegung nur Ausdruck der Waren- 
Zirkulation, erscheint umgekehrt die Warenzirkulation nur als 
Resultat der Geldbewegung.?® 
.., Anderseits kommt dem Geld nur die Funktion des Zirkulations- 
Mittels zu, weil es der verselbständigte Wert der Waren ist. Seine 
Bewegung als Zirkulationsmittel ist daher in der Tat nur ihre 
gene Formbewegung. Diese muß sich daher auch sinnlich im 
Umlauf des Geldes widerspiegeln. So verwandelt zum Beispiel die 
Leinwand zuerst ihre Warenform in ihre Geldform. Das letzte 
Extrem ihrer ersten Metamorphose W — G, die Geldform, wird 
Kann das erste Extrem ihrer letzten Metamorphose G — W, ihrer 
Uckverwandlung in die Bibel. Aber jeder dieser zwei Form- 
Wechsel vollzieht sich durch einen Austausch zwischen Ware und 
Geld, durch ihren gegenseitigen Stellenwechsel. Dieselben Geld- 
Vücke kommen als entäußerte Gestalt der Ware in die Hand des 
We käufers und verlassen sie als absolut veräußerliche Gestalt der 
x are, Sie wechseln zweimal die Stelle. Zuerst mit der Leinwand 
des dann mit der Bibel. Dieselben 2 Pfd, Sterl., die beim Verkauf 
Let Leinwand aus der Tasche des Weizenbauers in die Tasche des 
Die webers einwandern, wandern von ihr aus beim Kauf der Bibel. 
sich beiden entgegengesetzten Formwechsel derselben Ware spiegeln 
also wider im zweimaligen Stellenwechsel des Geldes in ent- 
S°gengesetzter Richtung. 
v F Inden dagegen nur einseitige Warenmetamorphosen statt, bloße 
Ger Käufe oder bloße Käufe, wie man will, so wechselt dasselbe 
Ann auch nur einmal den Platz. Sein zweiter Stellenwechsel 
genckt Stets die zweite Metamorphose der Ware aus, ihre Rück- 
= "Wandlung aus Geld. In der häufigen Wiederholung des Stellen- 
Produk, „Es (das Geld) hat keine andere Bewegung als jene, die ihm von den 
trat ten mitgeteilt wird.“ (Le Trosne: “De l’Interet Social,“ Physio- 
©8, 6d. Daire. Paris 1846, pn. 885.) 
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