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Erster Abschnitt
wechsels derselben Geldstücke spiegelt sich nicht nur die Metamor-
phosenreihe einer einzigen Ware wider, sondern auch die Ver
schlingung der zahllosen Metamorphosen der Warenwelt über-
haupt. Es versteht sich übrigens ganz von selbst, daß alles dies
nur für die hier betrachtete Form der einfachen Warenzirkulation
gilt.
Jede Ware, bei ihrem ersten Schritt in die Zirkulation, bei
ihrem ersten Formwechsel, fällt aus der Zirkulation heraus, in
welche stets neue Ware eintritt. Das Geld dagegen als Zirkulations
mittel haust beständig in der Zirkulationssphäre und treibt sick
beständig in ihr um. Es entsteht also die Frage, wieviel Geld dies«
Sphäre beständig absorbiert.
In einem Lande gehen jeden Tag zahlreiche, gleichzeitige und
daher räumlich nebeneinander laufende einseitige Warenmeta
morphosen vor, oder in andern Worten, bloße Verkäufe von der
einen Seite, bloße Käufe von der andern. In ihren Preisen sind
die Waren bereits bestimmten vorgestellten Geldmengen gleich
gesetzt. Da nun die hier betrachtete unmittelbare Zirkulations
form Ware und Geld einander stets leiblich gegenüberstellt, die
eine auf den Pol des Verkaufes, das andere auf den Gegenpol de®
Kaufes, ist die für den Zirkulationsprozeß der Warenwelt erheischte
Masse von Zirkulationsmitteln bereits durch die Preissumme de!
Waren bestimmt. In der Tat stellt das Geld nur reell die in der
Preissumme der Waren bereits ideell ausgedrückte Goldsumme dar
Die Gleichheit dieser Summen versteht sich daher von selbst. Wil
wissen jedoch, daß bei gleichbleibenden Werten der Waren ihre
Preise mit dem Werte des Goldes (des Geldmaterials) selbst wech:
seln, verhältnismäßig steigen, wenn er fällt, und fallen, wenn e!
steigt. Ob die Preissumme der Waren so steige oder falle, die
Masse des zirkulierenden Geldes muß gleichmäßig steigen oder
fallen. Der Wechsel in der Masse der Zirkulationsmittel entspring!
hier allerdings aus dem Geld selbst, aber nicht aus seiner Funktior
als Zirkulationsmittel, sondern aus seiner Funktion als Wertmaß
Der Preis der Waren wechselt erst umgekehrt wie der Wert der
Geldes und dann wechselt die Masse der Zirkulationsmittel direk!
wie der Preis der Waren. Ganz dasselbe Phänomen würde sicl
greignen, wenn zum Beispiel nicht der Wert des Goldes sänke
sondern Silber es als Wertmaß ersetzte, oder nicht der Wert de‘
Silbers stiege, sondern Gold es aus der Funktion des Wertmaße:
verdrängte. In dem einen Fall müßte mehr Silber zirkulieren al
vorher Gold, in dem andern weniger Gold als vorher Silber. Ir
beiden Fällen hätte sich der Wert des Geldmaterials verändert, da‘
heißt der Ware, die als Maß der Werte funktioniert, daher de)
Preisausdruck der Warenwerte, daher die Masse des zirkulierende!
Geldes, das zur Realisierung der Preise dient.
Man hat gesehen, daß die Zirkulationssphäre der Waren ei
Loch hat, wodurch Gold (Silber, kurz das Geldmaterial) in sie eil‘