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Erster Abschnitt
PapierzetteL,. denen Geldnamen, wie 1 Pfd. Sterl., 5 Pfd
Sterl. usw. aufgedruckt sind, werden vom Staat äußerlich in den Zir-
kulationsprozeß hineingeworfen. Soweit sie wirklich an der Stelle
der. gleichnamigen Goldsumme zirkulieren, spiegeln sich in ihre!
Bewegung nur die Gesetze des Geldumlaufes selbst wider. Ein
spezifisches Gesetz der Papierzirkulation kann nur aus ihrem
Repräsentationsverhältnis zum Gold entspringen. Und dies Geselz
ist einfach dies, daß die Ausgabe des Papiergeldes auf die Quantitäl
zu beschränken ist, worin das von ihm symbolisch dargestellte Gold
(respektive Silber) wirklich zirkulieren müßte. Nun schwankt zwar
das Goldquantum, welches die Zirkulationssphäre absorbieren kann,
beständig über oder unter ein gewisses Durchschnittsniveau. Jedoch
sinkt die Masse des zirkulierenden Mediums in einem gegebenen
Land nie unter ein gewisses Minimum, das sich erfahrungsmäßig
feststellt. Daß diese Minimalmasse fortwährend ihre Bestandteile
wechselt, das heißt aus stets andern Goldstücken besteht, änder'
natürlich nichts an ihrem Umfang und ihrem konstanten Umtrieb
in der Zirkulationssphäre. Sie kann daher durch Papiersymbole
ersetzt werden. Werden dagegen heute alle Zirkulationskanäle zum
vollen Grad ihrer Geldabsorptionsfähigkeit mit Papiergeld gefüllt.
so können sie infolge der Schwankungen der Warenzirkulatior
morgen übervoll sein. Alles Maß geht verloren. Ueberschreitet
aber das Papier sein Maß, das heißt die Quantität von Goldmünze
gleicher Benennung, welche zirkulieren könnte, so stellt es, von der
Gefahr allgemeiner Diskreditierung abgesehen, innerhalb der
Warenwelt dennoch nur die durch ihre immanenten Gesetze be
stimmte, also auch allein repräsentierbare Goldquantität vor. Stell!
die Papierzettelmasse zum Beispiel je 2 Unzen Gold statt je 1 Unze
dar, so wird faktisch 1 Pfd. Sterl. zum Beispiel zum Geldnamen sag
etwa von */, Unze statt von */, Unze. Die Wirkung ist dieselbe, al
wäre das Gold in. seiner Funktion als Maß der Preise veränder
worden. Dieselben Werte, die sich daher vorher im Preise voß
1 Pfd. Sterl., drücken sich jetzt im Preise von 2 Pfd. Sterl. aus.
Das Papiergeld ist Goldzeichen oder Geldzeichen. Sein Ver
hältnis zu den Warenwerten besteht nur darin, daß sie ideell in del
selben Goldmengen ausgedrückt sind, welche vom Papier symbolisch
sinnlich dargestellt werden. Nur sofern das Papiergeld Goldquanf*
repräsentiert, die, wie alle andern Warenquanta, auch Wertquanf#
ist es Wertzeichen.®*
als Zeuge vor dem „House of Lords’ Committee“ (über „Bankacts‘“): „Jede
Jahr wird eine frische Klasse von Souverainen (dies nicht politisch, sonde!?
der Sovereign ist Name des Pfund Sterling) zu leicht. Die Klasse, welch‘
das eine Jahr als vollwichtig passiert, verliert durch den Verschleiß hin
reichend, um das nächste Jahr die Wagschale gegen sich zu drehen
(House of Lords’ Committee 1848, n. 429.)
84 Note zur 2. Ausgabe. Wie unklar selbst die besten Schriftstelle!
über Geldwesen die verschiedenen Funktionen des Geldes auffasgen zeit