Vorwort des Herausgebers.
Die Tatsache, daß die Marxschen Werke vom 1. Januar 1914
an für den Nachdruck frei wurden, ließ den Wunsch erstehen, die
deutsche Sozialdemokratie möge diese Gelegenheit benutzen, das
für die Arbeiterklasse wichtigste Werk ihres Meisters, den ersten
Band des „Kapital“, dem proletarischen Leser leichter zugänglich
zu machen.
„ Dementsprechend forderte mich der Vorstand der deutschen
Sozialdemokratie auf, eine populäre Ausgabe des ersten Bandes des
„Kapital“ zu veranstalten. Mir erschien es als eine Pflicht der
Pietät gegenüber dem Manne, dem ich mehr als irgendeinem andern
an Erkenntnis verdanke, dieser Aufforderung nachzukommen und
damit meinen Anteil an der Herausgabe des Marxschen Nachlasses
abzuschließen.
Zunächst schien es, als fiele die Hauptaufgabe bei der neuen Aus-
gabe der technischen Herstellung zu. Sie stellte in der Tat große An-
forderungen an Sorgsamkeit und Sachkunde des Druckers und Ver-
legers.. Wir verdanken es der eifrigen Mühewaltung unseres Freundes
Dietz und der Sorgfalt der hamburgischen Parteidruckerei Auer & Co.,
daß alle Schwierigkeiten nach dieser Richtung überwunden wurden.
Meine eigene Aufgabe war dagegen anscheinend ganz einfach.
Ich hatte nur für die Korrektheit des Textes zu sorgen. Aber schon
hierbei entstand eine Schwierigkeit. Es lag nahe, die neue Ausgabe
als einen Neudruck der letzten von Engels veranstalteten, der fünften,
herzustellen. Dagegen sprachen jedoch verschiedene Erwägungen,
von denen die wichtigste die war, daß seit der letzten, noch von Marx
selbst herausgegebenen Auflage, der zweiten, sich von Auflage zu
Auflage die Druckfehler mehren, nicht geringfügige Versehen, die
jeder Leser selbst verbessern kann, sondern sinnstörende Druckfehler
der gröbsten Art.
So ergab zum Beispiel eine Vergleichung der fünften mit der
zweiten Auflage folgende Druckfehler in jener:
Seite X: „hoffnungslose“ statt „hofinungsvolle“ (2. Auflage, S. 814).
» 90: „Abwechslung mit Scheidemünze“ statt „Auswechslung“ (2. Auf-
lage, S. 107). . ;
„Verwandlung von Naturalrente in Goldrente“ statt „Geldrente“
(2. Auflage, S. 123).
„Die Zirkulation ist die Summe aller Warenbeziehungen der
Warenbesitzer“ statt „Wechselbeziehungen“ (2. Auflage, S. 150).
„1928: