Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozet 
G — W — G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativer 
Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nu! 
ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkuls 
tion mehr Geld entzogen als anfangs hineingeworfen ward. Die zU 
100 Pfd. Sterl. gekaufte Baumwolle wird zum Beispiel wieder ver 
kauft zu 100 + 10 Pfd. Sterl. oder 110 Pfd. Sterl. Die vollständige 
Form dieses Prozesses ist daher G — W — G’, wo G'’—G + A G, da® 
heißt gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme, vermehr' 
um einen Zuwachs. Diesen Zuwachs oder den Ueberschuß übe! 
den ursprünglichen Wert nenne ich — Mehrwert (englisch: sur 
plus value). Der ursprünglich vorgeschossene Wert erhält sicl 
daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert e' 
seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu, oder verwertet sich 
Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital. 
Es ist zwar auch möglich, daß in W— G —W die beiden Ex 
treme W, W, zum Beispiel Korn und Kleider, quantitativ verschieden“ 
Wertgrößen sind. Der Bauer kann sein Korn über dem Wert ver 
kaufen oder die Kleider unter ihrem Wert kaufen. Er kann seiner 
seits vom Kleiderhändler geprellt werden. Solche Wertverschieden 
heit bleibt jedoch für diese Zirkulationsform selbst rein zufällig 
Sinn und Verstand verliert sie nicht schier, wie der Prozet 
G— W —6G, wenn die beiden Extreme, Korn und Kleider zum Be’ 
spiel, Aequivalente sind. Ihr Gleichwert ist hier vielmehr Bedir 
gung des normalen Verlaufes. 
Die Wiederholung oder Erneuerung des Verkaufes um zu kaufe? 
findet, wie dieser Prozeß selbst, Maß und Ziel an einem außer ihr 
liegenden Endzwecke, der Konsumtion, der Befriedigung bestimmte! 
Bedürfnisse. Im Kauf für den Verkauf dagegen sind Anfang und 
Ende dasselbe, Geld, Tauschwert, und schon dadurch ist die Be 
wegung endlos. Allerdings ist aus G, G + AG geworden. aus del 
Geld gegen Geld ist.“ (Th. Corbet: „An Inquiry into the Causes and Mode® 
of the Wealth of Individuals; or the Principles of Trade and Speculatio® 
explained. London 1841“, p. 5.) Obgleich Corbet nicht sieht, daß G — G 
Geld gegen Geld austauschen, die charakteristische Zirkulationsform, nich! 
nur des Handelskapitals, sondern alles Kapitals ist, gibt er wenigstens z% 
daß diese Form einer Art des Handels, der Spekulation, mit dem Spiel g* 
mein sei, aber dann kommt MacCulloch und findet, daß Kaufen, um zu ver‘ 
kaufen, Spekulieren ist, und der Unterschied zwischen Spekulation und 
Handel also wegfällt. „Jedes Geschäft, bei dem jemand ein Produkt kaufb 
um es wieder zu verkaufen, ist in .Wirklichkeit eine Spekulatioß- 
(MacCulloch: „A Dictionary practical etc. of Commerce. London 1847“, p. 1058) 
Ungleich naiver Pinto, der Pindar der Amsterdamer Börse: „Der Handel ist 
ein Spiel (dieser Satz entlehnt aus Locke), und an Bettlern ist nichts zu 8° 
winnen. Hätte man längere Zeit hindurch allen Spielern alles abgewonneb 
müßte man den größten Teil des Gewinnes freiwillig wieder zurückgebe® 
wollte man das Spiel von neuem wieder beginnen.“ (Pinto: „Traite de 3 
Cireulation et du Credit. Amsterdam 1771“, pD. 231.) 
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