Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Dritter Abschnitl 
ausgabte Geld. Mit Bezug auf die verausgabten 3 Shilling erschein 
der Neuwert von 8 Shilling nur als Reproduktion. Aber er ist wirk 
lich reproduziert, nicht nur scheinbar, wie der Wert der Produktions 
mittel. Der Ersatz eines Wertes durch den andern ist hier ver 
mittelt durch neue Wertschöpfung. 
Wir wissen jedoch bereits, daß der Arbeitsprozeß über der 
Punkt hinaus fortdauert, wo ein bloßes Aequivalent für den Wer 
der Arbeitskraft reproduziert und dem Arbeitsgegenstand zugesetz 
wäre. Statt der 6 Stunden, die hierzu genügen, währt der Prozef 
zum Beispiel 12 Stunden. Durch die Betätigung der Arbeitskraf 
wird also nicht nur ihr eigener Wert reproduziert, sondern ein über 
schüssiger Wert produziert, Dieser Mehrwert bildet den Ueber 
schuß des Produktenwertes über den Wert der verzehrten Produkt 
bildner, das heißt der Produktionsmittel und der Arbeitskraft. 
Indem wir die verschiedenen Rollen dargestellt, welche die ver‘ 
schiedenen Faktoren des Arbeitsprozesses in der Bildung des Pro 
duktenwertes spielen, haben wir in der Tat die Funktionen der 
verschiedenen Bestandteile des Kapitals in seinem eigenen Ver 
wertungsprozeß charakterisiert. Der Ueberschuß des Gesamtwerte® 
des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist de 
Ueberschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vor 
geschossenen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seil® 
Arbeitskraft auf der andern, sind nur die verschiedenen Existen/ 
formen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifunf 
seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren de 
Arbeitsprozesses. ; 
Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, da® 
heißt in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, ver 
ändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne il" 
daher konstanten [unveränderlichen] Kapitalteil, oder kürzer: ko" 
stantes Kapital. 
Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert d# 
gegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sei? 
eigenes Aequivalent und einen Ueberschuß darüber, Mehrwert, d# 
selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer ko” 
stanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährer‘ 
in eine variable [veränderliche]. - Ich nenne ihn daher variable 
Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestand 
teile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektivt 
[sachliche] und subjektive [persönliche] Faktoren, als Produktion® 
mittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Stand 
nit " Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variabl® 
apital. 
Der Begriff des konstanten Kapitals schließt eine Wertrevoluti® 
seiner Bestandteile in keiner Weise aus. Nimm an, das Pful 
Baumwolle koste heute 1 Shilling und steige morgen, infolge ein® 
Ausfalles der Baumwollernte, auf 2 Shilling. Die alte Baumwoll®
	        
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