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Dritter Abschnitt
sondern zum variablen Bestandteil des Kapitals bestimmt wird, ©
die Höhe des Mehrprodukts durch sein Verhältnis nicht zum Ref
des Gesamtprodukts, sondern zum Produktteil, worin sich die not
wendige Arbeit darstellt. Wie die Produktion von Mehrwert de!
bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nich!
die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe de‘
Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.?*
Die Summe der notwendigen Arbeit und der Mehrarbeit, de
Zeitabschnitte, worin der Arbeiter den Ersatzwert seiner Arbeit*
kraft und den Mehrwert produziert, bildet die absolute Größe sein®
Arbeitszeit — den Arbeitstag (working day).
Achtes Kapitel.
Der Arbeitstag.
li. Die Grenzen des Arbeitstages,
Wir gingen von der Voraussetzung aus, daß die Arbeitskraf
zu ihrem Werte gekauft und verkauft wird. Ihr Wert, wie der jed®
andern Ware, wird bestimmt durch die zu ihrer Produktion nötig
Arbeitszeit, Erheischt also die Produktion der durchschnittlich®
täglichen Lebensmittel des Arbeiters 6 Stunden, so muß er I?
*4 „Für ein Individuum mit einem Kapital von 20 000 Pfd. Sterl., dess®
Profite 2000 Pfd. Sterl. jährlich betragen, wäre es ein durchaus gleichgültl
Ding, ob sein Kapi:al 100 oder 1000 Arbeiter beschäftigt, ob die produziert®
Waren sich zu 10000 oder 20 000 P{d. Sterl. verkaufen, immer vorausgeset%
daß seine Profite in allen Fällen nicht unter 2000 Pfd, Sterl. fallen. Ist de
wirkliche Interesse einer Nation nicht dasselbe? Vorausgesetzt ihr wir!
liches Reineinkommen, ihre Renten und Profite bleiben dieselben, so ist N
3icht von der geringsten Wichtigkeit, ob die Nation aus 10 oder 12 Million®
Einwohnern besteht.“ (Ricardo: „The Principles of Political Economy, 3rd © i
London 1821“, p. 416.) [Vergl. David Ricardo: „Grundgesetze der Volkswir
schaft“, übersetzt von Dr. Ed. Baumstark. 2. Auflage. Leipzig 1877, S. 816
Lange vor Ricardo sagte der Fanatiker des Mehrprodukts, Arthur Young, © ,
Äbrigens schwatzschweifiger, kritikloser Schriftsteller, dessen Ruf in u
zekehrtem Verhältnis zu seinem Verdienst steht, unter anderm: „VO
welchem Nutzen würde in einem modernen Königreich eine ganze ProVn
sein, deren Boden in altrömischer Manier, von kleinen, unabhängigen Bau®
meinetwegen noch so gut bebaut würde? Von welchem Zwecke, außer _
einzigen, Menschen zu erzeugen („the mere purpose of breeding men“); To
an und für sich gar keinen Zweck hat“ („is a most useless purpos®
(Arthur Young: „Political Arithmetic etc. London 1774“, p. 47.) at
Zusatz zur Note 34. Hopkins macht die richtige Bemerkung: „Sonderb”
ist die starke Neigung, den Ueberschuß von Reichtum (net wealth) als U
;eilhaft für die Arbeiterklasse hinzustellen, weil er ihr erlaubt, zu arbeit a
Aber wenn er dies bewirkt, rührt dies offenbar nicht davon her, daß oD
einen Ueberschuß bildet.“ (Th. Hopkins: „On Rent of Land etc. Lond
1823“, p. 126.)