Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Dritter Abschnitt 
5 oder */, 9950 ihres Gesamtwertes. Konsumierst du sie abe! 
in 10 Jahren, so zahlst du mir täglich "0050 Statt !og,, ihres 
Gesamtwertes, also nur ?/, ihres Tageswertes, und stiehlst mir 
daher täglich ?/, des Wertes meiner Ware. Du zablst mir eintägige 
Arbeitskraft, wo du dreitägige verbrauchst. Das ist wider unserm 
Vertrag und das Gesetz des Warenaustausches. Ich verlange als? 
einen Arbeitstag von normaler Länge, und ich verlange ihn ohne 
Appell an dein Herz; denn in Geldsachen hört die Gemütlichkeit auf 
Du magst ein Musterbürger sein, vielleicht Mitglied des Vereins zur 
Abschaffung der Tierquälerei und obendrein im Geruch der Heilig 
keit stehen, aber dem Ding, das du mir gegenüber repräsentierst 
schlägt kein Herz in seiner Brust. Was darin zu pochen scheint, is! 
mein eigener Herzschlag. Ich verlange den Normalarbeitstag, weil 
ich den Wert meiner Ware verlange, wie jeder andere Verkäufer.“ 
Man sieht: von ganz elastischen Schranken abgesehen, ergibt 
sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des 
Arbeitstages, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist be- 
hauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang wie 
möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht 
Anderseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware ein® 
Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter 
dehauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eip® 
bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also ein® 
Antinomie [ein Widerstreit von Gesetzen] statt, Recht wider Recht 
beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt 
Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. ‘ Und so stellt 
sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normie 
rung des Arbeitstages als Kampf um die Schranken des Arbeitstag®® 
dar — ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, das heißt de! 
Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Ar 
beiterklasse, 
2. Der Heißhunger nach Mehrarbeit, Fabrikant und Bojar- 
Das Kapital hat die Mehrarbeit nicht erfunden. Ueberall, W° 
ein Teil der Gesellschaft das Monopol der Produktionsmittel b® 
sitzt, muß der Arbeiter, frei oder unfrei, der zu seiner Selbst 
erhaltung notwendigen Arbeitszeit überschüssige Arbeitszeit ur 
setzen, um die Lebensmittel für den Eigner der Produktionsmitf® 
40 Während des großen Streiks der Londoner Bauarbeiter, 1860/61, zu 
Verkürzung des Arbeitstages auf 9 Stunden, veröffentlichte ihr Komitee ein“ 
Erklärung, die halb und halb auf das Plädoyer unseres Arbeiters hinau” 
läuft. Die Erklärung spielt nicht ohne Ironie darauf an, daß der Proß ; 
wütigste der Baumeister — ein gewisser Sir M. Peto — im „Geruch d% 
Heiligkeit“ stehe. (Zusatz zur 2. Aufl. Derselbe Peto ward später berüh® 
Jurch seinen riesenhaften Bankerott.)
	        
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