Full text: Hansische Beiträge zur deutschen Wirtschaftsgeschichte

HH. Der Markt von Lübeck 
47 
nach Norden seinen Abschluß fand, von Verkaufsstellen freigeblieben sei. 
Über die ursprüngliche Benutzung dieser Flächen wird später noch einiges 
zu sagen sein; einiges ist bereits eingangs mitgeteilt worden. 
Mit dem bisherigen städtischen Eigentum an Marktbaulichkeiten ist alles 
erschöpft, was sich um das eigentliche Forum, den heutigen Marktplatz, 
gruppierte: hier tritt also das städtische Eigentum durchaus zurück hinter 
dem Privateigentum. Der Marktplatz selbst allerdings, einschließlich der 
Wage und der beweglichen Kauftische in der Mitte, gehörte auch der Stadt. 
5anz anders wird das Bild, wenn man sich der Fläche zuwendet, welche die 
Marienkirche als Mittelpunkt hat, und die in den ältesten Quellen immer als 
„cimiterium beatae Mariae virginis‘, also als Marienkirchhof dem „forum“ 
gegenübergestellt wird. Hier gibt es nur städtisches Eigentum, aber gerade 
hier ist festzustellen, daß diese Marktbaulichkeiten durchweg jüngeren 
Ursprungs sind, sicher nichts mit der ersten Marktanlage zu tun haben. 
Nur die „domus pellificum‘, das Haus der Kürschner (Block XIV), ist 
bereits 1262 nachweisbar??). Die longa domus prope cimiterium (Block XV) 
dagegen, die heute mit der ehemaligen domus pellificum zu einer baulichen 
Einheit verschmolzen ist, tritt erst 1316 in die Erscheinung: als Budenhaus 
mit je 12 Buden nach Breiter Straße und Marienkirchhof*®). 1262 war dieser 
Platz vermutlich noch frei; erst das zweitälteste, 1288 beginnende Heft mit 
Aufzeichnungen der Kämmerei erwähnt bodae sutrinae prope cocos, 2 an 
der Zahl. Die coci, Garbrater, befanden sich aber auch noch in der späteren 
Zeit an der Nordfront des heutigen Rathauses; ein Hinweis, daß wir diese 
Schusterbuden in der Richtung auf Block XIV zu suchen haben. Dasselbe 
zweite Kämmereiheft erwähnt aber auch noch „novae bodae sutrinae‘“, 2 
an der Zahl, jede einzelne ausdrücklich als „nova‘‘ bezeichnet, sie wurden 
(288 bezogen. Es folgt noch die Aufzeichnung einer weiteren boda ohne 
Angabe des Gewerbes, die 1289 zunächst als antrum aufgeführt und damals 
jezogen wird?!)., Um 1289 sind also auf der Fläche des späteren Blocks XIV 
5 Buden, davon 4 Schusterbuden, zu suchen; selbstverständlich alle in 
dieser späteren Zeit nur noch von der Stadt errichtet. Ihre Zahl ist noch 
zunehmend im Steigen begriffen. Ein in die letzten Jahre des 13. Jahr- 
hunderts anzusetzendes Pergamentblatt der Kämmereiakten?°), das unter der 
Überschrift: ‚,Isti sustulerunt denarios suos de putheo‘‘ eine größere Zahl 
von Budeneigentümern anführt, bringt zum Schluß folgende Angaben: 
Bode cimiterii: Johannes de Gustrowe, Hinricus Thuringus, Lutbertus 
sartor, Johannes Pape sutor, Ecgerus Cap sutor, Andreas sutor, 
Hinricus Frese sutor, Johannes filius Alberti Parvi sutor, [Johannes 
Ellevencrul. 
Also 9 Namen, darunter 5 Schuster, 1 Schneider, 3 ohne Gewerbebe- 
zeichnung. An Stelle dieser bodae cimiterii trat zu Anfang des 14. Jahr- 
hunderts das Budenhaus Block XV. zur Hälfte für Schneider. zur Hälfte
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.