Nachwort.
industrielle Krise Armeen rton subsistenzlosen Industriearbeitern auf die
Straßen werfen. Gegen beides gibt es nur einen Schutzdeich: Hundert-
tausende von Arbeitersiedl ringen über das gairze Land,
bald weitläufiger, bald dichter, je nach Arbeitsgelegenheit in Feld, Wald
und Fabrik. Möchten immerhin die Großgrrmdbesitzer diese Arbeiter-
ansiedlung als eine neue, zeitgemäße Lohnform, die das wenn auch
bedauerlicherweise veraltete Jnstverhältnis abzulösen berufen ist, an
sehen! Allerdings wird sie — darauf habe ich noch am Schluffe ein
zugehen — nicht nur ihnen, sondern auch allen anderen auf Hand
arbeit Anspruch Machenden dienen müssen, in erster Linie den Fabri
kanten. Ist denn aber nicht ein im Dorfe angesiedelter
Fabrikarbeiter immer noch ein Stück Landmann, und steht er mit
seinem Kartoffelacker, seiner Ziege, seinem Schwein und seinen Hühnern
in seinem Denken, Fühlen und Handeln nicht dem eigentlichen Land
wirt näher als dem großstädtischen Fabrikarbeiter?
Wer möchte dem mittleren und großen Landwirt — der kleine
ist ja sein eigener Arbeiter — das Recht absprechen, für Erhaltung
seiner Jnstleute oder sonstwie beschaffenen Arbeiterschaft Sorge zu
tragen? Er darf nur nicht weitergehen und sagen: Wenn die Land
bewohnerschaft uns nicht als Arbeiter dient, kann sie unseretwegen vom
Lande verschwinden. Zumal das Volk als Ganzes muß sowohl vom
nationalen als auch vom rein wirtschaftlichen Standpunkt fragen: Wie
erhalten wir dem platten Lande seine Bewohner — in welcher Form
auch immer? Aus nationalen Gründen: denn wer das Land mit seiner
Hände Arbeit befruchtet, braucht sich nur seiner Stärke bewußt zu werden,
um sich auch die Herrschaft anzueignen; aus wirtschaftlichen: weil die
höchste Landeskultur nur auf de» Schultern einer breiten Masse selb
ständiger kleiner Existenzen, nicht auf denen von Hunderttausenden von
proletarischen Gutsarbeitern, noch weniger auf denen von Millionen
proletarischer Fabrikarbeiter, aufgerichtet werden kann. Und die Er
haltung der Landbewohnerschaft darf sich nicht nur gerade auf eine not
dürftige dünne Schicht beschränken, sondern es müssen ihrer so viele sein,
daß die intensivste Ausnützung der relativ immer enger werdenden
heimatlichen Scholle gewährleistet ist. Eine hierauf gerichtete
Politik wäre eine im höchsten Sinne des Wortes kon
servative zu nennen.
Und da ist es besonders interessant — um noch einmal und zum
letzten Btale auf die englischen Verhältnisse zurückgreifen —, zu sehen,