fullscreen: Die englische Agrarenquete von 1913

Nachwort. 
industrielle Krise Armeen rton subsistenzlosen Industriearbeitern auf die 
Straßen werfen. Gegen beides gibt es nur einen Schutzdeich: Hundert- 
tausende von Arbeitersiedl ringen über das gairze Land, 
bald weitläufiger, bald dichter, je nach Arbeitsgelegenheit in Feld, Wald 
und Fabrik. Möchten immerhin die Großgrrmdbesitzer diese Arbeiter- 
ansiedlung als eine neue, zeitgemäße Lohnform, die das wenn auch 
bedauerlicherweise veraltete Jnstverhältnis abzulösen berufen ist, an 
sehen! Allerdings wird sie — darauf habe ich noch am Schluffe ein 
zugehen — nicht nur ihnen, sondern auch allen anderen auf Hand 
arbeit Anspruch Machenden dienen müssen, in erster Linie den Fabri 
kanten. Ist denn aber nicht ein im Dorfe angesiedelter 
Fabrikarbeiter immer noch ein Stück Landmann, und steht er mit 
seinem Kartoffelacker, seiner Ziege, seinem Schwein und seinen Hühnern 
in seinem Denken, Fühlen und Handeln nicht dem eigentlichen Land 
wirt näher als dem großstädtischen Fabrikarbeiter? 
Wer möchte dem mittleren und großen Landwirt — der kleine 
ist ja sein eigener Arbeiter — das Recht absprechen, für Erhaltung 
seiner Jnstleute oder sonstwie beschaffenen Arbeiterschaft Sorge zu 
tragen? Er darf nur nicht weitergehen und sagen: Wenn die Land 
bewohnerschaft uns nicht als Arbeiter dient, kann sie unseretwegen vom 
Lande verschwinden. Zumal das Volk als Ganzes muß sowohl vom 
nationalen als auch vom rein wirtschaftlichen Standpunkt fragen: Wie 
erhalten wir dem platten Lande seine Bewohner — in welcher Form 
auch immer? Aus nationalen Gründen: denn wer das Land mit seiner 
Hände Arbeit befruchtet, braucht sich nur seiner Stärke bewußt zu werden, 
um sich auch die Herrschaft anzueignen; aus wirtschaftlichen: weil die 
höchste Landeskultur nur auf de» Schultern einer breiten Masse selb 
ständiger kleiner Existenzen, nicht auf denen von Hunderttausenden von 
proletarischen Gutsarbeitern, noch weniger auf denen von Millionen 
proletarischer Fabrikarbeiter, aufgerichtet werden kann. Und die Er 
haltung der Landbewohnerschaft darf sich nicht nur gerade auf eine not 
dürftige dünne Schicht beschränken, sondern es müssen ihrer so viele sein, 
daß die intensivste Ausnützung der relativ immer enger werdenden 
heimatlichen Scholle gewährleistet ist. Eine hierauf gerichtete 
Politik wäre eine im höchsten Sinne des Wortes kon 
servative zu nennen. 
Und da ist es besonders interessant — um noch einmal und zum 
letzten Btale auf die englischen Verhältnisse zurückgreifen —, zu sehen,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.