Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Dritter Abschnif 
unterworfen. Infolge des ersten Berichts der „Kommission üb 
die Beschäftigung der Kinder“ (1863) teilten [durch den Akt vol 
25. Juli 1864 zur Ausdehnung der Fabrikgesetze — K.] dasselb® 
Schicksal die Erzeugung aller Tonwaren (nicht nur Töpfereien): 
der Zündhölzer, Zündhütchen, Patronen, Tapetenfabrik, Baumwol!" 
samt-Schererei (fustian cutting) und zahlreiche Prozesse, die unt® 
dem Ausdruck „finishing‘“ (letzte Appretur) zusammengefaßt sind 
Im Jahre 1863 wurden die „Bleicherei in freier Luft“1® und d% 
herauszuschlagen. . . . Es war bereits gelungen, eine Bill [Gesetzesvorschlaß) 
in diesem Sinn ins Unterhaus zu bringen. Sie fiel vor der Agitation def 
Arbeiter in den Bleichereien Schottlands.“ („Reports ete. for 31st Octob® 
1862“, p. 14, 15.) So geschlagen von den Arbeitern selbst, in deren Nam® 
e8 zu sprechen vorgab, entdeckte das Kapital nun, mit Hilfe juristisch! 
Brillen, daß der Akt von 1860, gleich allen Parlamentsakten zum „Schuß 
der Arbeit“, in sinnverwirrten Wortschraubungen abgefaßt, einen Vorw# 
gebe, die „calenderers“ [Zeugpresser] und „finishers“ [Appreteure] vo 
seiner Wirkung auszuschließen. Die englische Rechtsprechung, stets g° 
treuer Knecht des Kapitals, sanktionierte durch den Hof der „Comm 
Pleas“ [Zivilgerichtshof] die Rabulisterei. „Es hat große Unzufriedenb® 
unter den Arbeitern erregt und ist sehr bedauerlich, daß die klare Absi® 
der Gesetzgebung unter dem Vorwand einer mangelhaften Wortdefinit® 
vereitelt wird.“ (Ebenda, S. 18.) y 
185 Die „Bleicher in freier Luft“ hatten sich dem Gesetz von 1860 üb 
„Bleicherei“ durch die Lüge entzogen, daß sie keine Weiber des Nach 
verarbeiteten. Die Lüge wurde von den Fabrikinspektoren aufgedeckt Be 
gleich aber das Parlament durch Arbeiterpetitionen seiner wiesenduft® 
kühlen Vorstellungen von „Bleicherei in freier Luft“ beraubt. In dies 
Luftbleicherei werden Trockenzimmer von 90 bis 100 Grad Fahren“ 
[82 bis 38 Grad Celsius] angewandt, worin hauptsächlich Mädchen arbeite 
„Cooling“ (Abkühlung) ist der technische Ausdruck für gelegentliches Pi 
vinnen aus dem Trockenzimmer in die freie Luft. „Fünfzehn Mädche® in 
lien Trockenzimmern, Hitze von 80 zu 90 Grad [27 bis 82 Grad C.] für Von 
wand, von 100 Grad [38 Grad C.] und mehr für Batist. Zwölf Mädchen bg 
und legen auf (die Batiste usw.) in einem kleinen Zimmer von unge eß 
L0 Fuß im Quadrat, in der Mitte ein enggeschlossener Ofen. Die Mädeh®) 
stehen rund um den Ofen herum, der eine schreckliche Glut ausstrahlt fe 
Jie Batiste rasch für die Büglerinnen trocknet. Die Stundenzahl für dü 
„Hände“ ist unbeschränkt, Wenn geschäftig, arbeiten sie bis 9 oder 1% gg 
aachts viele Tage hintereinander.“ („Reports ete. for 831st October 1880 
5. 56.) Ein Arzt erklärt: „Für die Abkühlung sind Keine besond®j, 
Stunden erlaubt, aber wenn die Temperatur zu unerträglich wird, oder 4oh 
Hände der Arbeiterinnen sich von Schweiß beschmutzen, ist ihnen gest 
ein paar Minuten fortzugehen. . . . Meine Erfahrung in der Behand! ns 
der Krankheiten dieser Arbeiterinnen zwingt mich, zu konstatieren, daß I 
Gesundheitszustand tief unter dem der Baumwollspinnerinnen steht (und jet 
Kapital hatte sie in seinen Bittschriften an das Parlament in der Mar 
von Rubens übergesund gemalt!). Ihre auffallendsten Krankheiten Sr 
Phihisis, Bronchitis, Uterinkrankheiten, Hysterie in der scheußlichsten Fer 
und Rheumatisums, Alle diese entspringen, wie ich glaube, direkt 990 
indirekt, aus der überhitzten Luft ihrer Arbeitszimmer und dem Med 
genügender warmer Kleidung, um sie beim Nachhausegehen wäh?
	        
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