Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

246 
Dritter Abschnitl 
auf dem bisher entwickelten Standpunkt nur der selbständige und 
daher gesetzlich mündige Arbeiter als Warenverkäufer mit dem 
Kapitalisten seine Abmachungen trifft. Wenn also in unserer histor! 
schen Skizze einerseits die moderne Industrie eine Hauptrolle spielh 
anderseits die Arbeit physisch und rechtlich Unmündiger, so galt 
uns die eine nur als besondere Sphäre, die andere nur als besonder! 
schlagendes Beispiel der Arbeitsaussaugung. Ohne jedoch der spät“ 
:en Entwicklung vorzugreifen, folgt aus dem bloßen Zusammenhanf 
der geschichtlichen Tatsachen: 
; In den durch Wasser, Dampf und Maschinerie zunäch® 
revolutionierten Industrien, in diesen ersten Schöpfungen der 
modernen Produktionsweise, den Baumwolle-, Wolle-, Flachs-, Seid“ 
spinnereien und -webereien wird der Trieb des Kapitals nach m#* 
und rücksichtsloser Verlängerung des Arbeitstages zuerst befriedig! 
Die veränderte materielle Produktionsweise und die ihr entsprechen‘ 
veränderten sozialen Verhältnisse der Produzenten! schaffen e!* 
die maßlose Ausschreitung und rufen dann im Gegensatz die gesell 
schaftliche Kontrolle hervor, welche den Arbeitstag mit sein“ 
Pausen gesetzlich beschränkt, reguliert und uniformiert. Dies 
Kontrolle erscheint daher während der ersten Hälfte des 19. Jah" 
hunderts bloß als Ausnahmegesetzgebung.!®* Sobald sie das U 
gebiet der neuen Produktionsweise erobert hatte, fand sich, daß 
unterdes nicht nur viele andere Produktionszweige in das eigen! 
liche: Fabrikregime eingetreten, sondern daß Manufakturen 
mehr oder minder verjährter Betriebsweise, wie Töpfereieh 
Glasereien usw., daß altmodische Handwerke, wie die Bäcker*® 
und endlich selbst die zerstreute sogenannte Hausarbeit, wie Nägel 
macherei usw.,'% seit langem der kapitalistischen Ausbeutu® 
sbensosehr verfallen waren wie die Fabrik. Die Gesetzgebubf 
wurde daher gezwungen, ihren Ausnahmecharakter allmählich ab 
zustreifen, oder, wo sie römisch kasuistisch [von Fall zu Fall] ver 
fährt, wie in England, irgendein Haus, worin man arbeitet, nach P® 
keben für eine Fabrik (factory) zu erklären.1® 
166 „Das Verhalten jeder dieser beiden Klassen (Kapitalisten und Ar 
beiter) ist das Ergebnis der Verhältnisse, in denen sich jede von ipp® 
befindet.“ („Reporis etc. for 81st October 1848“, p. 113.) 
7 „Die Beschäftigungen, auf die sich die Beschränkungen bez0ß%, 
standen in Beziehung zur Herstellung von Textilwaren mit Hilfe von Dam? 
and Wasserkraft. Damit die Fabrikinspektion auf ihn Anwendung ind? 
mußte ein Arbeitszweig zwei Bedingungen entsprechen: die Verwendung vo 
Dampf- oder Wasserkraft und die Verarbeitung bestimmter Faserstofl® 
(„Reports ete, for 31st October 1864“, p. 8.) 4 
3} Ueber den Zustand dieser sogenannten häuslichen Industrie äußern 
reichhaltiges Material in den letzten Berichten der „Children’s Employ®® 
Commission“, 0 
159 „Die Gesetze der letzten Session (1864) ... umfassen verschied®, 
Arbeitszweige, die in ihrem Verfahren weit voneinander abweichen. De 
Verbrauch mechanischer Kraft zum Antrieb der Werkzeugmaschinen geb?)
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.