Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Vierter Abschnitl 
von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehr 
arbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses u 
seiner historisch überlieferten oder vorhandenen Gestalt bemächtis 
und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesell 
schaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktion® 
weise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu & 
höhen, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den We 
der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dies“ 
Wertes notwendigen Teil des Arbeitstages zu verkürzen. 
Durch Verlängerung des Arbeitstages produzierten Mehrwe” 
nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Ve 
kürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Veränd® 
rung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstag‘ 
entspringt — relativen Mehrwert. 
Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigeruf 
der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte d® 
Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis del 
gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen Kö 
nen. Der Wert einer Ware ist aber nicht nur bestimmt durch d* 
Quantum der Arbeit, welche ihr die letzte Form gibt, sondern eb 
sowohl durch die in ihren Produktionsmitteln enthaltene Arbeit” 
masse. Zum Beispiel der Wert eines Stiefels nicht nur durch © 
Schusterarbeit, sondern auch durch den Wert von Leder, pech 
Draht usw. Steigerung der Produktivkraft und entsprechende ver 
wohlfeilerung der Waren in den Industrien, welche die stofflich®” 
Elemente des konstanten Kapitals, die Arbeitsmittel und das Arbeil* 
material, zur Erzeugung der notwendigen Lebensmittel liefer? 
senken also ebenfalls den Wert der Arbeitskraft. In Produktion” 
zweigen dagegen, die weder notwendige Lebensmittel liefern non 
Produktionsmittel zu ihrer Herstellung, 1äßt die erhöhte Produkt 
kraft den Wert der Arbeitskraft unberührt. - 
Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeiß 
kraft nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbei 5 
kraft eingeht. Hemden zum Beispiel sind ein notwendiges Lebe 
mittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermind®” 
bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsum””, 
der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiede” 
Waren, lauter Produkten besonderer Industrien, und der Wert je 
solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeit 
kraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion ” me 
wendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Sum eß 
ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweiß @ 
ist. Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wär® 
unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzel, 
Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der ? eb! 
duktivkraft der Arbeit zum Beispiel Hemden verwohlfeilert, sch. 
ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbel
	        
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