Zwölftes Kapitel.
lie Ausschließlichkeit der Zünfte als gesellschaftliches Gesetz de-
Kretiert wird.®
„Die Musseline von Dakka sind an Feinheit, die Kattune und
dere Zeuge von Koromandel an Pracht und Dauerhaftigkeit der
arben niemals übertroffen worden. Und dennoch werden sie pro-
duziert ohne Kapital, Maschinerie, Teilung der Arbeit oder irgend-
we der andern Mittel, die der Fabrikation in Europa so viele
9rteile bieten. Der Weber ist ein vereinzeltes Individuum, der das
Gewebe auf Bestellung eines Kunden verfertigt und mit einem Web-
Stuhl von der einfachsten Konstruktion, manchmal nur bestehend
Rus hölzernen, roh zusammengefügten Stangen. Er besitzt nicht ein-
Mal einen Apparat zum Aufziehen der Kette, der Webstuhl muß
gaher in seiner ganzen Länge ausgestreckt bleiben und wird so un-
Drnlich und weit, daß er keinen Raum findet in der Hütte des
y.duzenten, der seine Arbeit daher in freier Luft verrichten muß,
9 sie durch jede Wetteränderung unterbrochen wird.“ %
v Es ist nur das von Generation auf Generation gehäufte und vom
zer auf den Sohn vererbte Sondergeschick, das dem Hindu wie der
‚Pinne diese Virtuosität verleiht. Und dennoch verrichtet ein solcher
„scher Weber sehr komplizierte Arbeit, verglichen mit der Mehr-
ahl der Manufakturarbeiter.
Pr Ein Handwerker, der die verschiedenen Teilprozesse in der
ps duktion eines Machwerkes nacheinander ausführt, muß bald den
01 bald die Instrumente wechseln. Der Uebergang von einer
geSration zur andern unterbricht den Fluß seiner Arbeit und bildet
do a sermaßen Poren [Zwischenräume] in seinem Arbeitstag. Diese
D Ten Verengern sich, sobald er den ganzen Tag ein und dieselbe
qerTation ohne Unterbrechung verrichtet, oder sie verschwinden in
Ben Maße, wie der Wechsel seiner Operation abnimmt. Die ge-
Serte Produktivität ist hier entweder der zunehmenden Ausgabe
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23 „Au je Künste sind ... in Aegypten zu dem gehörigen Grad
an Vollkommennet gediehen. Denn in diesem Lande allein dürfen die
dwerker durchaus nicht in die Geschäfte einer andern Bürgerklasse
8reifen, sondern bloß den nach dem Gesetz ihrem Stamme erblich zu-
8örigen Betruf treiben. ... Bei andern Völkern findet man, daß die
ae erbsleute ihre Aufmerksamkeit auf zu viele Gegenstände verteilen. =.
äld Versuchen sie es mit dem Landbau, bald lassen sie sich in Handels-
Te chäfte ein, bald befassen sie sich mit zwei oder drei Künsten zugleich.
A Freistaaten laufen sie meist in die Volksversammlungen. .. , In
er Pen dagegen verfällt jeder Handwerker in schwere Strafen, wenn
do Sch in Staatsgeschäfte mischt oder mehrere Künste zugleich treibt.
Vo kann nichts ihren Berufsfleiß stören. ... Zudem, wie sie von ihren
v "ahren viele Regeln haben, sind sie eifrig darauf bedacht, noch neue
Kap de aufzufinden.‘“ (Diodorus Siculus: „Historische Bibliothek“, Bd. I,
+ 74.)
a0 % 7 ers 245 . by Hugh
»Historical and descriptive Account of British India ete. y Hug
Wetay, James Wilson ete. Edinburgh 1882“, vol. 1, P- 449. Der indische
Stuhl ist hochschäftie. das heißt die Kette ist vertikal aufgespannt.