fullscreen: Bedarf und Absatzmöglichkeiten in Sowjetrußland

ziellen Schwierigkeiten in diesem Jahre um 14 bis 17% 
reduziert wurde, nunmehr erhebliche Summen zur Wieder- 
herstellung der vorhandenen Fabrikanlagen und für Neu- 
bauten vor. Einem am 7. März 1926 in den „Iswestiga 
Textilnoj Promyschlennosti i Torgowli“ (Nachrichten für 
Textilindustrie und Handel) erschienenen Artikel „Die Per- 
spektiven des Textilmaschinenbaues“ von A. Fedotoff zufolge 
sollen die diesem Zwecke dienenden Ausgaben von 125 Mil- 
lionen Rubel pro Jahr innerhalb. des nächsten. Jahrfünfts 
erfolgen; dabei entfallen auf Anschaffungen von Maschinen 
für die drei Hauptzweige der Textilindustrie folgende jähr- 
liche. Ausgaben: 
Baumwollindustrie . 50,0 Mill. Rubel, 
Tuchindustrie . . . 140 , » 
Leinenindustrie . . . 15,6 » 
insgesamt . 79,6 Mill. Rubel. 
Bei der jetzigen gespannten finanziellen Lage Sowjet- 
russlands sind solche Ausgaben nur denkbar unter dem be- 
fruchtenden Einfluss ausländischer Kredite; inwieweit die- 
selben aber der Sowjetregierung zugänglich sind, zeigt zur 
Genüge die Geschichte mit dem deutschen 300-Millionen- 
Kredit. 
Der Mangel an qualifizierten Arbeitern 
and genügend geschultem technischen Per- 
sonal ist eine Tatsache, die nicht gering zu 
schätzen ist; sie macht sich so unangenehm fühlbar, 
dass bei allem zur Schau getragenen Optimismus die Leiter 
der Sowjetwirtschaft nicht verbergen können, „dass die 
Textilindustrie nur dann aufgebaut werden kann, wenn 
jeder einzelne Meister seiner Sache sein wird“. („Iswestija 
Textilnoj Promyschlennosti i Torgowli“ Nr. 48—49 vom De- 
zember 1925, Artikel „Organisation der Produktion“.) Die 
Schwierigkeiten beschränken sich nicht allein auf diesen 
virculus vitiosus, in welchem die Sowjetindustrie hoffnungs- 
los kämpft, sondern der ausgesprochene Mangel an Roh- 
stoffen, insbesondere an Baumwolle (der HErnteertrag in 
diesem Jahre blieb um 2 Millionen Pud (1 Pud = 16,38 kg) 
gegen die erwarteten Mengen zurück und die ungelöste Be- 
wässerungsfrage auf den Baumwollpflanzungen meldet auch 
für die nächste Ernte keinen guten Ertrag an), Mangel an 
Brennmaterial, und der empfindlichste von allen, Mangel an 
finanziellen Mitteln, verschärfen weiter die gedrückte Lage, 
in der sich ungeachtet der günstigen Absatzbedingungen zur-
	        
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