fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Weichcnsicheruug durch Druckschicnen. 
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312. Druck schiene mit Riegel. 
in England Anlaß zu mannigfachen Sicherungsvorschlägen, da schon früher wiederholt 
Unglücksfälle durch das zu frühe Umlegen von Spitzweichen vorgekommen waren. Die 
Vorschläge gipfelten alle darin, die Zungen der Spitzweichen während der Durchfahrt 
eines Zuges unverrückbar in ihrer richtigen Lage zu erhalten. Zur allgemeinen Ein 
führung gelangte damals die Druckschiene. Ein vorzeitiges Umstellen von Weichen, 
die nicht durch Druckschiene gesichert sind, ist auch heutigestags nichts allzu seltenes. So 
sind z. B. von den im Jahre 1898/99 auf Bahnhöfen der preußischen Staatsbahn er 
folgten 160 Entgleisungen 37 Fälle 
auf jene Ursache zurückzuführen. Seit 
1898 besteht für diese Bahnen die Vor 
schrift, alle spitz befahrenen Weichen 
gegen das Umlegen unter einem fah 
renden Zuge selbst bei zurückgenomme 
nem Fahrsignal zu sichern. 
Druck schiene. Sie besteht aus 
einem langen I Eisen, das an der 
Innenseite einer Fahrschiene durch Ge 
lenke beweglich gelagert und bis dicht 
vor die eine Weichcnzunge geführt ist. 
Anfänglich wurde die Druckschiene 
gleichzeitig mit den Weichenzungen 
durch denselben Stellhebel bewegt. 
Später gab man ihr eine besondere, 
mit einer Weichenverriegelung ver- 
bundene Stellvorrichtung. Abb. 312 
zeigt diese auf den englischen Bahnen 
allgemein übliche Bauart. Die vordere 
Verbindungsstange der Zungen (in 
England sind stets zwei solcher Ver 
bindungen für jede Weiche vorgeschrieben) besitzt zwei Schlitze. Je nach ihrer Lage greift ein 
auf einer Qucrschwelle geradlinig geführter und mit der Druckschiene ck sowie deren Stell 
vorrichtung verbundener Riegel U in einen dieser Schlitze und sichert die Weiche. Liegt letztere 
nickst richtig, so kann der Riegel nicht in den Schlitz treten, und der Stellwerkswärtcr vermag 
nicht den Hebel ganz umzulegen. Er wird genötigt, zuvor die Weiche genau einzustellen. 
Bei verriegelter Weiche liegt die Druckschiene so viel tiefer als der Schieucnkopf, das; die 
Spurkränze der Eisenbahnrädcr sie nicht berühren. Beim Umstellen der Weiche wird sie 
dagegen bis zur Lauffläche der Schienen gehoben. Befindet sich daher ein Rad mit seinem 
Spurkranz über ihr, so kann der 
Signalwärter sie nicht völlig anheben, 
also auch nicht den Riegel ganz aus 
der Querstange herausziehen und nicht 
die Weiche umlegen. Die Druckschiene 
vermag daher einen Zug oder ein 
Fahrzeug gegen Falschspuren zu 
sicher», wenn ihre Länge (5—8 m in 
England) mindestens gleich dem größten 
vorkommenden Abstande zweier be- 
nachbarter Radachsen eines Fahrzeuges 
oder Zuges der betreffenden Bahn ge 
wählt wird. Es ist dies eine große 
Sicherheit für den Betrieb, da der 
Wärter bei weit hinausgeschobenen 
. Weichen, zumal wenn diese in ge 
krümmten Gleisen liegen, und bei un 
sichtigem Wetter nicht immer erkennen 
kann, ob die letzten Räder des Zuges die Weiche durchfahren haben. Die Druckschienc übt auf 
ihn stets einen Zwang aus. Die vorgenannte Verriegelung hat später eine wesentliche Ver 
besserung erfahren, zu der, wie so oft, ebenfalls ein böser Unfall Anlaß wurde. Auf einem 
Bahnhof war das Gestänge nach einer Spitzweiche gebrochen. Dem Wärter blieb dieses unbe 
kannt, er legte den Weichenhebel richtig um und gab das Fahrsignal. Die Weiche selbst war 
aber nicht verstellt worden, der Zug rannte in eine Abzweigung und wurde stark beschädigt. 
Um derartige Gestängefehler zur Kenntnis des Signalwärters zu bringen, hat man den Riege; 
(R in Abb. 313) doppelt gestaltet. Bei der einen Weichenlage wird der eine Riegel in die Riegel 
stange gedrückt, bei der anderen wird der zweite Riegel in sie gezogen. Eine Verriegelung u 
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313. Drrrckschirne mit Aopprlrieget. 
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