Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Vierter Abschnitt. 
seits fortwährend verwertbar ist, anderseits Gebrauchswert und 
Tauschwert verliert, sobald sein Kontakt mit der lebendigen Arbeit 
unterbrochen. wird. „Wenn“, belehrte Herr Ashworth, ein englische! 
Baumwollmagnat, den Professor Nassau W. Senior, „wenn ein 
Ackersmann seinen Spaten niederlegt, macht er für diese Periode 
ein Kapital von 18 Pence nutzlos. Wenn einer von unsern Leute» 
(das heißt den Fabrikarbeitern) die Fabrik verläßt, macht er ei 
Kapital nutzlos, das 100 000 Pfd. Sterl. gekostet hat.‘“!1 Man denke 
nur! Ein Kapital, das 100 000 Pfd. Sterl. gekostet hat, auch nur für 
einen Augenblick „nutzlos“ zu machen! Es ist in der Tat himmel- 
schreiend, daß einer unserer Leute überhaupt jemals die Fabrik 
verläßt! Der wachsende Umfang der Maschinerie macht, wie der 
von Ashworth belehrte Senior einsieht, eine stets wachsende Ver“ 
längerung des Arbeitstages „wünschenswert‘“.1t? 
Die Maschine produziert relativen Mehrwert, nicht nur, indem 
sie die Arbeitskraft direkt entwertet und dieselbe indirekt durch 
Verwohlfeilerung der in ihre Reproduktion eingehenden Waren ver“ 
wohlfeilert, sondern auch, indem sie bei ihrer ersten sporadische® 
Einführung die vom Maschinenbesitzer verwandte Arbeit in poten- 
zierte Arbeit [Arbeit höheren Grades] verwandelt, den gesellschaft 
lichen Wert des Maschinenprodukts über seinen individuellen Wert 
erhöht und den Kapitalisten so befähigt, mit geringerem Wertteil 
des Tagesprodukts den Tageswert der Arbeitskraft zu ersetzel 
Während dieser Uebergangsperiode, worin der Maschinenbetrieb 
eine Art Monopol bleibt, sind daher die Gewinne außerordentlich 
und der Kapitalist sucht diese „erste Zeit der jungen Liebe“ gründ- 
lichst auszubeuten durch möglichste Verlängerung des Arbeitstage® 
Die Größe des Gewinns wetzt den Heißhunger nach mehr Gewint 
Mit der Verallgemeinerung der Maschinerie im selben Produk 
lionszweig sinkt der gesellschaftliche Wert des Maschinenprodukt® 
auf seinen individuellen Wert und macht sich das Gesetz geltend, 
daß der Mehrwert nicht aus,den Arbeitskräften entspringt, welch® 
der Kapitalist durch die Maschine ersetzt hat, sondern umgekehrt 
aus den Arbeitskräften, welche er an ihr beschäftigt. Der Mehr“ 
wert entspringt nur aus dem variablen Teil des Kapitals, und 
151 Senior: „Letters on the Factory Act. London 1837“, p. 13, 14. 
152 „Das Ueberwiegen des fixen gegenüber dem zirkulierende® 
Kapital ... macht lange Arbeitszeit wünschenswert.“ Mit dem wachsende? 
Umfang der Maschinerie usw. „wird der Anlaß zur Verlängerung der AI“ 
beitszeit als dem einzigen Mittel, die große Masse des fixen Kapitals gewin?” 
bringend zu machen, dringender“. (Ebenda, S. 11 bis 18.) „Es gibt ver 
schiedene Auslagen bei einer Fabrik, welche konstant bleiben, ob die Fabrik 
mehr oder weniger Zeit arbeite, zum Beispiel Mietzins für die Baulichkeite®: 
lokale und allgemeine Steuern, Feuerversicherung, Arbeitslohn für v°r 
schiedene ständige Arbeiter, Verschlechterung der Maschinerie nebst v°” 
schiedenen andern Lasten, deren Proportion zum Profit im selben Ver 
hältnis wächst, wie der Umfang der Produktion abnimmt.“ („Reports of 
Insp. of Fact. for 31st October 1862“, p. 19.)
	        
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