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Capitel IL
rungsweise zu ermitteln oder zu bestimmen. Denn
trotz aller algebraischen Formeln, durch welche man
jener Theorie einen gewissen Schein von Exactheit zu
geben sich bemüht hat, ist und bleibt doch die „Um
laufsgeschwindigkeit“ des Geldes eine vollkommen u n -
messbare Grösse, da sich der Uebergang der einzel
nen Geldstücke von Hand zu Hand nimmermehr con-
trolliren lässt. Denn man kann weder das einzelne
Geldstück auf seiner Wanderschaft durch verschiedene
Hände begleiten, noch sieht man ihm nachträglich an,
wie oft dasselbe bereits innerhalb einer bestimmten Zeit
die Hände gewechselt hat. Und nun gar die „mittlere“
oder „durchschnittliche“ Umlaufsgeschwindigkeit des
Geldes, wie will man die ermitteln? Das eine Geld
stück circulirt „rasch“, das andere „langsam“, und selbst
ein und dasselbe Geldstück geht heute durch viele,
morgen durch wenige Hände, je nach zufälligen Um
ständen, an denen das betreffende Geldstück ganz un
schuldig ist, und die sich, wie gesagt, jeder Controlle
oder Berechnung entziehen. Das ist auch u. A. schon
von Locke gefühlt worden, und in derselben Weise
räumen auch alle späteren Schriftsteller ohne Weiteres
ein, dass es rein unmöglich sei, die „mittlere Circula-
tionsgeschwindigkeit“ des Geldes in einem Lande auch