Full text: Geld-, Bank- und Börsenwesen

Seit Beginn der 1870er Jahre ist infolge Verschiebung der Produktions 
verhältnisse sdie Silbergewinnung steigt bei gleichzeitiger Verbilligung des 
Herstellungsverfahrens) und des Währungsmetalls sdie meisten Länder 
gehen zur Goldwährung über) der Preis des Silbers erheblich gesunken. 
Das Wertverhältnis steigt bis 1915 auf 1:37, geht in den nächsten Jahren 
wieder herunter, beträgt 1929: 1:38,5, 1930: 1:53,3, 1931: 1:69,2, 1933: 
1:76,1, 1934: 1:38,8, 1935: 1:51,2. 
Die Silberpreise aus dem Londoner Markt betrugen in Pence sä) 
für die Unze (— 31,1035 g) Standardsilber (925 fein): 1833: 59, 1870; 60,5, 
1881: 51,5, 1892: 40, 1902: 23,5. In den letzten 7 Jahren vor dem Kriege betrug 
der Durchschnittspreis 25,48 ä. Während des Weltkrieges und nach seiner Be- 
endigung stieg der Silberpreis (Zahlungen an asiatische Länder für gelieferte 
Rohstoffe erfolgten in Silber; in europäischen Ländern bestand Nachfrage nach 
Silber für Neuprägung von Scheidemünzen). In England setzte sogar eine 
Silberhamsterei ein, so daß in den 7 Jahren nach dem Kriege die Unze 41,12 
notierte. Seit. 1925 erfolgte ein stetiger Preisrückgang, da sich das Silber 
angebot dem Rückgang der Silbernachfrage nicht anpaßte. 1930, als die nie 
drigste Notierung in London 14?/i» ä war, wurde der Ruf nach einer S t ü t - 
zung des Silberpreises stärker. 
Mitte 1933 kam auf der Londoner Weltwirtschaftskonferenz eine Silber- 
k o n v e n t i o n zustande, die eine künstliche Verknappung des Silberangebotes 
bezweckte, aber nicht erreichte. 1933 war die höchste Londoner Notierung 201/j, 
die niedrigste 16 1 /., d. Ebensowenig hatte dauernden Einfluß auf die Preisgestal 
tung des Silbers die sog. Silberbotschaft des Präsidenten R o o s e v e l t 
in USA (vom 21. Dezember 1933), nach der die Erzeugung der amerikanischen 
Minen zu dem (völlig künstlichen) Preise von 64*/., Cts. augekauft werden sollte. 
Dieser Satz lag etwa 20 Cts. über dem Weltmarktpreise. Damit berücksichtigten 
die Vereinigten Staaten wohl die heimische Gewinnung, nicht aber die eigenen 
Vorräte. Mitte Juni 1934 wurde dann die Einbeziehung des Silbers mit 25 »/». 
in das Deckungsmetall für Bundesrcservenoten und Depositen bestimmt, und das 
Schatzamt wurde ermächtigt, zu diesem Zweck die gesamten heimischen Silber- 
bestände zu übernehmen und, soweit erforderlich, auch auf dem Weltsilbermarkt 
als Käufer aufzutreten. 
In London war im Jahre 1936 die höchste Silbernotiz 21 5 /ie d (Ende Dezem 
ber), die niedrigste 19 d (Mitte Januar). Ende Mai 1937 war die Notiz 20°/.« d. 
Die Weltnotierungen setzen in London die „big four" (die vier großen Makler- 
häuser) fest, die zugleich Händler und Weltmakler sind. 
In Hamburg notierte das Silber: Ende 1934: 45 1 /*—48 1 /,, Ende 1935; 
53 56, Ende 1936: 40,7—43,7, Ende Mai 1937: 39—42. 
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