Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

Vierter Abschnitt 
jedoch neben sich den zerstreuten handwerksmäßigen und Haus 
betrieb als breite Grundlage fortbestehen. 
Die große Produktion von Mehrwert in diesen Arbeitszweigel 
zugleich mit der fortschreitenden Verwohlfeilerung ihrer Artikel 
war und ist hauptsächlich geschuldet dem Minimum des zu kümme” 
lichem Vegetieren nötigen Arbeitslohnes, verbunden mit dem Max’ 
mum menschenmöglicher Arbeitszeit. Es war eben die Wohlfeilbeil 
des in Ware verwandelten Menschenschweißes und Menschenblute® 
welche den Absatzmarkt beständig erweiterte und täglich erweiterh 
für England namentlich auch den Kolonialmarkt, wo überdem €1£ 
lische Gewohnheit und Geschmack vorherrschen. Endlich trat ei? 
Knotenpunkt ein. Die Grundlage der alten Methode, bloß brutal® 
Ausbeutung des Arbeitermaterials, mehr oder minder begleitet vo 
systematisch entwickelter Arbeitsteilung, genügte dem wachsende 
Markt und der noch rascher wachsenden Konkurrenz der Kapit? 
listen nicht länger. Die Stunde der Maschinerie schlug. Die ent 
scheidend revolutionäre Maschine, welche die sämtlichen zahllose} 
Zweige dieser Produktionssphäre, wie Putzmacherei, Schneidere 
Schusterei, Näherei, Hutmacherei usw., gleichmäßig ergreift, ist 7 
lie Nähmaschine. , 
Ihre unmittelbare Wirkung auf die Arbeiter ist ungefähr dit 
aller Maschinerie, welche in der Periode der großen Industrie neV® 
Geschäftszweige erobert. Kinder im unreifsten Alter werden ent 
fernt. Der Lohn der Maschinenarbeiter steigt verhältnismäßig % 
dem der Hausarbeiter, wovon viele zu „den Aermsten der Armel 
(„the poorest of the poor“) gehören. Der Lohn der besser gestellte? 
Handwerker, mit denen die Maschine konkurriert, sinkt. Die neue? 
Maschinenarbeiter sind ausschließlich Mädchen und junge FraueP 
Mit Hilfe der mechanischen Kraft vernichten sie das Monopol der 
männlichen Arbeit in schwererem Werk und verjagen aus leichtere” 
Massen alter Weiber und unreifer Kinder. Die übermächtige Ko? 
kurrenz erschlägt die schwächsten Handarbeiter. Das gräulich® 
Wachstum des Hungertodes (death from starvation) in London wäh 
rend des letzten Jahrzehnts läuft parallel mit der Ausdehnung der 
Maschinennäherei.®?7 Die neuen Arbeiterinnen an der Nähmaschin® 
welche von ihnen mit Hand und Fuß oder mit der Hand allel® 
sitzend und stehend, je nach Schwere, Größe und Spezialität d® 
Maschine, bewegt wird, verausgaben große Arbeitskraft. Ihre B® 
schäftigung wird gesundheitswidrig durch die Dauer des Prozess® 
obgleich er meist kürzer als im alten System. Ueberall, wo die Näb 
Schuhmanufaktur mit 1300 Personen, wovon beinahe die Hälfte Kinder und 
junge Personen usw. („Children’s Employment Commission. 2nd Report‘ 
p. XVII, n. 819.) b 
267 Ein Beispiel. Am 26, Februar 1864 enthält der wöchentliche Stern 
lichkeitsbericht des Registrar General 5 Fälle von Hungertod, Am sel 
Tage berichtet die „Times“ einen neuen Fall von Hungertod. 6 Opfer 
Hungeriodes in einer Woche! 
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