Object: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

jedes Mittel versucht: Hohn, Intrigen, Bestechung, Ge- 
walt, Freiheitsstrafen — alle diese und andere Methoden 
wurden von dieser verderbten herrschenden Klasse ange- 
wandt, die sich selbst einen so hohen Grad von Kultur, 
Moral und Patriotismus anmaßte. 
Wenn man indessen die geschichtlichen Ereignisse von 
einem höheren Standpunkt betrachtet, ist es keineswegs 
bedauerlich, daß der Kapitalismus seinen eigenen Weg 
sich bahnte und daß sein Wachstum nicht gehemmt wurde. 
Seine Entwicklung bis zu einem unerträglichen Maximum 
mußte erfolgen, um einer neuen Phase der Zivilisation 
den Weg zu ebnen. Der Kapitalist war ein Auswuchs der 
Verhältnisse, die vor und während seiner Zeit existierten. 
Er ist seiner Zeit so angepaßt, wie der Raubritter der 
Feudalzeit. 
In dieser Skizze aber haben wir es nicht so sehr mit 
historischen Ursachen oder Wirkungen zu tun, als mit Er- 
eignissen und Gegensätzen. Der Zweck ist, eine hinreichend 
historische Übersicht über die Zeiten zu geben, als die 
Regierungsgewalt von der kapitalistischen Klasse zu eigener 
Vergrößerung und zu Verderb und Unterdrückung der 
Millionen von Arbeitern ausgenutzt wurde.. 
Die Möglichkeit einer Aktion der arbeitenden Klasse 
war für den Kapitalisten eine ständige und störende Dro- 
hung. Um nur eins von den vielen Beispielen anzuführen, 
wie die Arbeiter allmählich die Notwendigkeit einer solchen 
Aktion erkannten und wie die Kapitalisten ihr entgegen- 
traten, sollen hier die Beschlüsse der Arbeitervereinigung 
von New England, die 1845 gefaßt wurden, angeführt 
werden. Mit einem Hinweis darauf, wie die Regierung 
von den Kapitalisten dazu benutzt worden war und in stei- 
gendem Maße noch immer benutzt wurde, sich Ländereien 
und dieser und den kommenden Generationen gesetzlich 
festgelegte Rechte und Privilegien zu verschaffen, erklärte 
die Genossenschaft in der Vorrede: 
„Da wir, die Handwerker und Arbeiter New Englands, 
durch jahrelange traurige Erfahrungen zu der Ansicht ge- 
kommen sind, daß bei der heutigen sozialen Ordnung die 
Arbeit der Sklave des Reichtums ist und sein muß, da ferner
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.