Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

„MW 
Fünfter Abschnitl 
Von gewissem Gesichtspunkt scheint der Unterschied zwische! 
absolutem und relativem Mehrwert überhaupt trügerisch. De 
relative Mehrwert ist absolut, denn er bedingt absolute Verläng® 
rung des Arbeitstages über die zur Existenz des Arbeiters selb# 
notwendige Arbeitszeit. Der absolute Mehrwert ist relativ, denn 
bedingt eine Entwicklung der Arbeitsproduktivität, welche erlaubt 
die notwendige Arbeitszeit auf einen Teil des Arbeitstages zu b® 
schränken. Faßt man aber die Bewegung des Mehrwertes ins Aug® 
so verschwindet dieser Schein der Einerleiheit. Sobald die kapit? 
listische Produktionsweise einmal hergestellt und allgemeine Pr“ 
duktionsweise geworden, macht sich der Unterschied zwisch® 
absolutem und relativem Mehrwert fühlbar, sobald es gült, die Ral® 
des Mehrwertes überhaupt zu steigern. Vorausgesetzt, die Arbeit® 
kraft werde zu ihrem Wert bezahlt, stehen wir dann vor diese 
Alternative: die Produktivkraft der Arbeit und ihren Normalgr#% 
von Intensität gegeben, ist die Rate des Mehrwertes nur erhöhb# 
durch absolute Verlängerung des Arbeitstages; anderseits, bei g” 
gebener Grenze des Arbeitstages, ist die Rate des Mehrwertes 2 
erhöhbar durch relativen Größenwechsel seiner Bestandteile, d* 
notwendigen Arbeit und der Mehrarbeit, was seinerseits, soll de 
Lohn nicht unter den Wert der Arbeitskraft sinken, Wechsel in d# 
Produktivität oder Intensität der Arbeit voraussetzt. 
Braucht der Arbeiter alle seine Zeit, um die zur Erhaltung sein® 
selbst und seiner Familie nötigen Lebensmittel zu produzieren, 8 
bleibt ihm keine Zeit, um. unentgeltlich für dritte Personen A 
arbeiten. Ohne einen gewissen Produktivitätsgrad der Arbeit kein‘ 
solche verfügbare Zeit für den Arbeiter, ohne solche überschüssif‘ 
Zeit keine Mehrarbeit und daher keine Kapitalisten, aber aud 
keine Sklavenhalter, keine Feudalbarone, in einem Wort keine Groß 
besitzerklasse.? , 
So kann von einer Naturbasis des Mehrwertes gesprochen w# 
den, aber nur in dem ganz allgemeinen Sinn, daß kein absolut” 
Naturhindernis den einen abhält, die zu seiner eigenen Existe® 
nötige Arbeit von sich selbst ab- und einem andern aufzuwälze* 
zum Beispiel ebensowenig wie absolute Naturhindernisse die eine 
abhalten, das Fleisch der andern als Nahrung zu verwenden.! 6 
Es sind durchaus nicht, wie es hier und da geschehen, mystisch‘ 
Vorstellungen mit dieser naturwüchsigen Produktivität der Arbeit fr 
verbinden. Erst sobald die Menschen sich aus ihren ersten Tie” 
* „Schon das bloße Vorhandensein der kapitalistischen Unternehmer 
einer besonderen Klasse ist abhängig von der Produktivität der Arbfi 
(Kamsay: „An Essay on the Distribution of Wealth. Edinburgh 1836“, p20 ; 
„Wenn jedermanns Arbeit nur genügen würde, seinen eigenen Lebensunf®, 
halt zu produzieren, könnte es kein Eigentum geben.“ (Ravenstone: „Thoug 
on the Funding System. London 1824“, p. 14, 15.) pe 
1 Nach einer kürzlich gemachten Berechnung leben allein in deß 
reits erforschten Erdgegenden mindestens noch 4 Millionen Kannibalerp-
	        
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