Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Fünfter Abschnl 
sich leicht eingebildet, es sei eine der menschlichen Arbeit & 
geborene Qualität, ein Mehrprodukt zu liefern.® Man nehme ab® 
zum Beispiel den Einwohner der östlichen Inseln des asiatisch? 
Archipelagus, wo der Sago wild im Walde wächst. „Wenn Ö 
Einwohner, indem sie ein Loch in den Baum bohren, %“ 
davon überzeugt haben, daß das Mark reif ist, so wird 7 
Stamm umgeschlagen und in mehrere Stücke geteilt, das M# 
wird herausgekratzt, mit Wasser gemischt und geseiht, es ist dar 
vollkommen brauchbares Sagomehl. Ein Baum gibt gemeinigl“ 
300 Pfund und kann 500 bis 600 Pfund geben. Man geht dor 
also in den Wald und schneidet sich sein Brot, wie man bei w 
sein Brennholz schlägt.“ Gesetzt, ein solcher ostasiatischer BI 
schneider brauche 12 Arbeitsstunden in der Woche zur Befriedigw* 
aller seiner Bedürfnisse. Was ihm die Gunst der Natur unmittell? 
gibt, ist viel Mußezeit. Damit er diese produktiv für sich selbst “ 
wende, ist eine ganze Reihe geschichtlicher Umstände, damit er * 
in Mehrarbeit für fremde Personen verausgabe, ist äußerer zwei 
erheischt. Würde kapitalistische Produktion eingeführt, so müßt 
der Brave vielleicht 6 Tage in der Woche arbeiten, um sich sol 
das Produkt eines Arbeitstages anzueignen. Die Gunst der N# i 
erklärt nicht, warum er jetzt 6 Tage in der Woche arbeitet od 
warum er 5 Tage Mehrarbeit, also ein enormes Mehrprodukt, 1ief 
Sie erklärt nur, warum seine notwendige Arbeitszeit auf einen % 
in. der Woche beschränkt ist. In keinem Fall aber entspränge BE 
Mehrprodukt aus einer der menschlichen Arbeit eingeborel” 
okkulten Qualität [geheimen Eigenschaft]. ; 
Wie die geschichtlich entwickelten, gesellschaftlichen, so z 
scheinen die naturbedingten Produktivkräfte der Arbeit als Produk 
kräfte des Kapitals, dem sie einverleibt wird. — s 
Ricardo kümmert sich nie um den Ursprung des Mehrwert” 
Er behandelt ihn als ein Ding, das der kapitalistischen Produktio), 
weise eigen ist, der in seinen Augen natürlichen Form der gef 
schaftlichen Produktion. Wo er von der Produktivität der Arbe 
spricht, da sucht er in ihr nicht die Ursache des Daseins Y 
Mehrwert, sondern nur die Ursache, die seine Größe bestimf? 
Dagegen hat seine Schule die Produktivkraft der Arbeit laut Pe 
klamiert als die Entstehungsursache des Profits (lies: Mehrwert®, 
Jedenfalls ein Fortschritt gegenüber den Merkantilisten, die ib u 
seits den Ueberschuß des Preises der Produkte über ihre Prod 
lionskosten aus dem Austausch herleiten, aus ihrem Verkauf ke 
ihren Wert. Trotzdem hatte auch Ricardos Schule das Problem De 
umgangen, nicht gelöst. In der Tat hatten diese bürgerlichen 06 ge 
nomen den richtigen Instinkt, es sei sehr gefährlich, die brenne? . 
* „Jede Arbeit muß (scheint auch zu den Rechten und PflichteP % 
Bürgers zu gehören) einen Ueberschuß geben.“ (Proudhon.) ng 
9 F. Shouw: „Die Erde, die Pflanze und der Mensch. 2, Auflage. Lei? 
1854‘, Seite 148.
	        
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