5. Der Handel nach sozialistischer Anschauung.
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Änderung der Güter vor, aber in horizontaler Richtung. Diese Ortsveränderung
Erfolgt den Zweck, die Wertfähigkeit der Güter zu steigern, die Verbraucher also zu
^Ner höheren Bewertung der Güter zu veranlassen. Nicht immer gelingt das. Der
Wandel kann oft genug die Verbraucher nicht dazu bringen, die von ihm herau
sschafften Güter höher zu bewerten. Aber sehr häufig gelingt es ihm aus ganz
^klärlichen Gründen. Bei der tatsächlichen Bewertung der Dinge kommt es wesentlich
?uf das Urteil des Verbrauchers an. Dieser aber ist geneigt, Dingen, die er zur Be
friedigung seiner Bedürfnisse an sich als geeignet erachtet und deshalb begehrt, einen
höheren Wert beizulegen, wenn sie in seinen Verfügungsbereich gebracht sind. Wer
Seefische in Berlin verzehren will, für den haben die Fische, die in der Nordsee
'chwimmen, oder die in Hamburg lagern, noch keinen Wert, sondern nur eine noch
^cht ausgelöste Wertfähigkeit. Werden aber die Fische durch den Handel nach
Merlin gebracht und hier dem Verbraucher bereitgehalten, so sind sie an sich für
viel mehr geeignet zur Bedürfnisbefriedigung als vorher, haben also eine viel
höhere Wertfähigkeit in seinen Augen, und er ist bereit, sie dementsprechend höher
bewerten. Dasselbe wiederholt sich bei allen anderen Bedarfsgegenständen. Über-
kann die Zuführung an die Stätte des Bedarfs, in den Verfügungsbereich der
Verbraucher eine Steigerung der Wertfähigkeit und auch eine tatsächliche höhere
Bewertung zur Folge haben. Auch da, wo der Handel das Ziel nicht erreicht, ist
ieine Tendenz darauf gerichtet. Das gleiche gilt dem Wesen der Sache nach von
?. er Zuführung der Güter in die Zeiten des Bedarfs. Auch der Handel erscheint
Vernach als eine auf die Steigerung der Wertfähigkeit gerichtete Arbeit und muß
deshalb als produktiv bezeichnet werden.
5, Der Handel nach sozialistischer Anschauung.
Von Bruno Hildebrand.
Hildebrand, Die Nationalökonomie der Gegenwart und Zukunft. 1. Bd. Frank
furt a. M„ Literarische Anstalt (I. Rütten), 1848. S. 114—117, S. 253—284 und S. 255—256.
1. Angriffe der Sozialschrift st eller auf den Handel.
Der Handel ist nach sozialistischer Anschauung sowohl unsittlich als auch national-
ökonomisch nachteilig.
Unsittlich, denn beim Handel stehen sich immer Käufer und Verkäufer mit ab
solut entgegengesetzten Interessen, also feindselig gegenüber. Jeder sucht sein Privat
isieren mögen, bevor sie ins Wertlose übergehen. Ein Newton, ein Watt, ein Kepler sind
uicht so produktiv als ein Esel, ein Pferd oder ein Pflugstier ....
Allerdings sind die, welche Schweine großziehen oder Pillen fabrizieren, produktiv, aber
k>ie Lehrer der Jugend und der Erwachsenen, die Virtuosen, die Arzte, die Richter und Admi-
uistratoren sind es in einem noch viel höheren Grade. Jene produzieren Tauschwerte,
diese produzieren produktive Kräfte, der eine, indem er die künftige Generation zur
Produktion befähigt, der andere, indem er Moralität und Religiosität bei der jetzigen Gene
ration befördert, der dritte, indem er auf die Veredlung und Erhebung des menschlichen
Geistes wirkt, der vierte, indem er die produktiven Kräfte seiner Patienten rettet, der fünfte,
indem er die Rechtssicherheit, der sechste, indem er die öffentliche Ordnung produziert, der
siebente, indem er durch seine Kunst und den Genuß, den er dadurch gewährt, zur Produktion
non Tauschwerten reizt". List, Das nationale System der politischen Ökonomie. 7. Ausl.
Mit einer historischen und kritischen Einleitung von Eheberg. Stuttgart, I. G. Cotta, 1883.
<B. 128 und S. 129. — G. M.