Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Beziehungen sind zu Ende mit dem Ablauf des zwischen ihnen 
abgeschlossenen Vertrages. Wiederholt sich das Geschäft, dann 
geschieht es infolge eines neuen Vertrages, der mit dem vorher- 
gehenden nichts zu tun hat und bei dem nur ein Zufall denselben 
Käufer mit demselben Verkäufer wieder zusammenbringt. 
Soll also die Warenproduktion oder ein ihr angehöriger Vorgang 
nach ihren eigenen ökonomischen Gesetzen beurteilt werden, S0 
müssen wir jeden Austauschakt für sich betrachten, außerhalb alles 
Zusammenhanges mit dem Austauschakt, der ihm vorherging, wie 
mit dem, der ihm nachfolgt. Und da Käufe und Verkäufe nur 
zwischen einzelnen Individuen abgeschlossen werden, so ist es um 
zulässig, Beziehungen zwischen ganzen Gesellschaftsklassen darin zu 
suchen. 
Wie lang auch die Reihenfolge der periodischen Reproduktionen 
und vorhergegangenen Akkumulationen, die das heute funktionie- 
rende Kapital durchgemacht hat, es bewahrt immer seine ursprüng‘ 
liche Jungfräulichkeit. Solange bei jedem Austauschakt — einzel? 
genommen -— die Gesetze des Austausches eingehalten werden, kan? 
die Aneignungsweise eine totale Umwälzung erfahren ohne das, de! 
Warenproduktion gemäße, Eigentumsrecht irgendwie zu berühre»? 
Dieses selbe Recht steht in Kraft, wie am Anfang, wo das Produk! 
dem Produzenten gehört, und wo dieser, Aequivalent gegen Aequiv# 
lent austauschend, sich nur durch eigene Arbeit bereichern kann, ®° 
auch in der kapitalistischen Periode, wo der gesellschaftliche Reich 
tum in stets steigendem Maße das Eigentum derer wird, die ?? 
der Lage sind, sich stets aufs neue die unbezahlte Arbeit andere! 
anzueignen. . 
Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft. durch 
den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst 
von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird 8° 
typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt vo? 
vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produziert® 
Reichtum durch die Zirkulation hindurch. Erst da, wo die Lob 
arbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamte” 
Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie all ihre verborgene” 
Kräfte. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Ware?” 
produktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion sich nicht 
entwickeln darf, damit sie unverfälscht bleibe. Im selben Maß, WI® 
sie nach ihren eigenen Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktio® 
fortbildet, in demselben Maße schlagen die Eigentumsgesetze der 
Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung: 
Man bewundere daher die Pfiffigkeit Proudhons, der das kapit&- 
listische Eigentum abschaffen will, indem er ihm gegenüber — 4!® 
ewigen Eigentumsgesetze der Warenproduktion geltend macht! 
Man sah, daß selbst. bei einfacher Reproduktion alles v9 
geschossene Kapital, wie immer ursprünglich erworben, sich % 
akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert verwandel 
Siebter Abschnitt.
	        
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