Siebter Abschnitt.
und unermüdlich zu predigen: man kann nicht akkumulieren, wenn
man seine ganze Revenue aufißt, statt einen guten Teil davon zu ver-
ausgaben in Werbung zuschüssiger produktiver Arbeiter, die mehr
einbringen, als sie kosten. Anderseits hatle sie gegen das Volks-
vorurteil zu polemisieren, welches die kapitalistische Produktion
mit der Schatzbildung verwechselt? und daher wähnt, akkumulierter
Reichtum sei Reichtum, welcher der Zerstörung in seiner vorhande-
nen Naturalform, also dem Verbrauch entzogen oder auch vor der
Zirkulation gerettet werde. Verschluß des Geldes gegen die Zir-
kulation wäre gerade das Gegenteil seiner Verwertung als Kapital
und Warenakkumulation im schatzbildnerischen Sinn reine Narr-
heit.* Akkumulation von Waren in großen Massen ist Resultat
einer Zirkulationsstockung oder der Ueberproduktion.?® Allerdings
läuft in der Volksvorstellung einerseits das Bild der im Konsumtions-
{onds der Reichen gehäuften, langsam sich verzehrenden Güter unter
anderseits die Vorratbildung, ein Phänomen, das allen Produktions
weisen angehört und wobei wir einen Augenblick in der Analyse des
Zirkulationsprozesses verweilen werden.
Soweit also ist die klassische Oekonomie im Recht, wenn sie
den Verzehr von Mehrprodukt durch produktive Arbeiter statt durch
unproduktive als charakteristisches Moment des Akkumulation
prozesses betont. Aber hier beginnt auch ihr Irrtum. A. Smith hat
es zur Mode gemacht, die Akkumulation bloß als Konsumtion des
Mehrprodukts durch produktive Arbeiter oder die Kapitalisierung
des Mehrwertes als dessen bloßen Umsatz in Arbeitskraft darzU“
stellen.
Hören wir zum Beispiel Ricardo: „Man muß verstehen, daß alle
Produkte eines Landes konsumiert werden; aber es macht den
größten Unterschied, den man denken kann, ob sie konsumiert
werden durch solche, die einen andern Wert reproduzieren, ode!
durch solche, die ihn nicht reproduzieren. Wenn wir sagen, daß
Revenue erspart und zum Kapital geschlagen wird, so meinen Wil
daß der Teil der Revenue, von dem es heißt, er sei zum Kapital 8“
schlagen, durch produktive statt durch unproduktive Arbeiter ver“
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28 „Kein Nationalökonom unserer Tage kann unter Sparen bloßes Auf
schatzen verstehen. Sieht man aber von diesem beschränkten und unzuläpg‘
lichen Verfahren ab, so kann der Ausdruck im Hinblick auf den national®®
Reichtum nur in einem Sinne angewendet werden, und dieser bezieht si
auf die verschiedene Verwendung des Ersparten, indem zwischen den v°
schiedenen Arten Arbeit unterschieden wird, die davon erhalten werde»
(Malthus: „Principles of Political Economy“, p. 38, 39.) ‚ob
28a So ist bei Balzac, der alle Schattierungen des Geizes so gründlic
studiert hatte, der alte Wucherer Gobseck schon verkindischt, als er anfängt ’
sich einen Schatz aus aufgehäuften Waren zu bilden. x
29 „Akkumulierung von Kapital . .. Stocken des Austausches ..- een
produktion.“ (Th. Corbet: „An Inquiry into the Causes and Modes of
Wealth of Individuals, London 1841“, p. 14.)