Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Siebter Abschnitt. 
schnittsprofite niedrig und die Akkumulation verlangte große Spar- 
samkeit. Sie lebten wie Schatzbildner und verzehrten bei weitem 
nicht einmal die Zinsen ihres Kapitals. „In der zweiten Periode 
hatten sie begonnen, kleine Vermögen zu erwerben, arbeiteten aber 
ebenso hart wie zuvor“, denn die unmittelbare Ausbeutung der 
Arbeit kostet Arbeit, wie jeder Sklaventreiber weiß, „und lebten 
nach wie vor in demselben frugalen Stil. . .. In der dritten Periode 
begann der Luxus, und das Geschäft wurde ausgedehnt durch Aus 
sendung von Reitern (berittenen Handlungsreisenden) für Aufträg® 
in jeder Marktstadt des Königreichs. Es ist wahrscheinlich, daß 
wenige oder keine Kapitale von 3000 bis 4000 Pfd. Sterl., in de! 
Industrie erworben, vor 1690 existierten. Um diese Zeit jedoch 
oder etwas später hatten die Industriellen schon Geld akkumulier! 
und begannen, steinerne Häuser statt der von Holz und Mörtel auf 
zuführen. ... Noch in den ersten Dezennien des 18. Jahrhundert 
setzte sich ein Manchester Fabrikant, der eine Kanne fremden Wein? 
seinen Gästen vorsetzte, den Glossen und dem Kopfschütteln alle” 
seiner Nachbarn aus.“ Vor dem Aufkommen der Maschinerie betruß 
der abendliche Konsum der Fabrikanten in den Kneipen, wo 5% 
zusammenkamen, nie mehr als 6 Pence für ein Glas Punsch und 
1 Penny für eine Rolle Tabak. Erst 1758, und dies macht Epoch® 
sah man „eine am Geschäft wirklich beteiligte Person mit eigene? 
Equipage“! „Die vierte Periode“, das letzte Dritteil des 18. Jab" 
hunderts, „ist die von großem Luxus und Verschwendung, unte” 
stützt durch die Ausdehnung des Geschäfts.“® Was würde der gu® 
Dr. Aikin sagen, wenn er heutzutage in Manchester auferstände! | 
Akkumuliert, Akkumuliert! Das ist Moses und die Prophete? 
„Sparsamkeit und nicht Arbeitsamkeit (industry) ist die unmittelbar 
Ursache der Akkumulation von Kapital. Die Arbeit liefert allerding® 
das Material, welches die Sparsamkeit akkumuliert.“* Also sparb 
spart, das heißt rückverwandelt möglichst großen Teil des Mehl, 
wertes oder Mehrprodukts in Kapital! Akkumulation um den 
Akkumulation, Produktion um der Produktion willen, in dies“ 
Formel sprach die klassische Oekonomie den historischen Beruf de 
Bourgeoisperiode aus. Sie täuschte sich keinen Augenblick über R 
Geburtswehen des Reichtums,?* aber was nützt der Jammer üb® 
historische Notwendigkeit? 
85 Dr. Aikin: „Description of the Country from 30 to 40 miles round 
Manchester, London 1795“, p. 182 sag. ter” 
36 4. Smith: „Wealth of Nations“, b. II, ch. IIL [Vgl U 
suchung über das Wesen und die Ursachen des Volkswohlstandes.‘ 
dem Englischen übertragen von F. Stöpel, Buch II, Kap. 3.] auf 
*7 Selbst J. B. Say sagt: „Die Ersparungen der Reichen gescheh6® 195 
Kosten der Armen.“ „Der römische Proletarier lebte fast ganz auf Kong 
der Gesellschaft. ,., Man könnte fast sagen, daß die moderne Gesells® der 
auf Kosten der Proletarier lebt, von dem Teil, den sie ihnen vom Ertrag 
Arbeit entzieht.“ (Sismondi: „Etudes ete.“, vol. I, p. 24.)
	        
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