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Achtes Buch. Drittes Kapitel.
und die Ottonen folgten ihnen hierin nach. Später haben
dann Salier und vornehmlich Staufer es auf sich genommen,
sich von der Kirche direkt belehnen zu lassen oder aber unmittel—
bares Reichsgut an die Kirchen zu verpfänden: beide Fälle
bedeuten nichts anderes, als eine mehr oder minder erzwungene
Anleihe bei der Kirche.
Aber als die Kirche im späteren staufischen Zeitalter, vor—
nehmlich infolge der glänzenden innerkirchlichen Politik Papst
Alexanders III., sich solchen Zumutungen zu versagen begann,
da stand das Königtum vor dem Ende der Dinge; und erst eine
ganz anders geartete, freilich viel bescheidenere Politik, wie sie
der behutsame Rudolf von Habsburg, einer der größten Finanz⸗
männer auf deutschem Throne, eingeschlagen, hat es zu neuem,
begrenztem Leben erweckt.
Noch die Staufer aber haben gleichsam aus dem Vollen
gewirtschaftet, unbewußt noch des schwankenden materiellen
Bodens ihrer Würde: und fast hätten sie in kühnem Wagen
der deutschen Monarchie in Italien, außerhalb des nationalen
Bodens, eine Grundlage geschaffen, deren fester Bestand die
heimischen Schwierigkeiten vermutlich mit Leichtigkeit hätte
können verwinden lassen.