Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Siebter Abschnitt 
sicherer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad 
der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der 
relativen Uebervölkerung. abhängt; sobald sie daher durch Trade 
Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Be- 
schäftigten und Unbeschäftigien zu organisieren suchen, um die 
ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Pro- 
duktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das 
Kapital und sein Anwalt, der politische Oekonom, über Verletzung 
des „ewigen“ und sozusagen „heiligen“ Gesetzes der Nachfrage und 
Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Un- 
beschäftigten stört nämlich das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. Sobald 
anderseits, in den Kolonien zum Beispiel, widrige Umstände die 
Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute 
Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse ver- 
hindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen 
Sancho Pansa, gegen das „heilige“ Gesetz der Nachfrage und Zufuhr 
und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen. 
Verschiedene Existenziormen der relativen VUebervölkerung 
Das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. 
Die relative Uebervölkerung existiert in allen möglichen 
Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo 
er halb oder gar nicht beschäftigt ist, Abgesehen von den großen, 
periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des 
industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen 
erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt 
sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente, verborgene und 
stockende. 
In den Zentren der modernen Industrie — Fabriken, Manu- 
fakturen, Hütten und Bergwerken usw. — werden Arbeiter bald 
abgestoßen, bald in größerem Umfange wieder angezogen, so daß im 
großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch 
in stets abnehmendem Verhältnis zur Stufenleiter der Produktion 
Die Uebervölkerung existiert hier in fließender Form. 
Sowohl in den eigentlichen Fabriken wie in allen großen Werk 
stätten, wo Maschinerie eine Rolle spielt oder auch nur die moderne 
Teilung der Arbeit durchgeführt ist, braucht man massenhaft mänP- 
liche Arbeiter bis zur Zurücklegung des Jugendalters. Dieser Termin 
einmal erreicht, bleibt nur eine sehr geringe Anzahl in denselben 
Geschäftszweigen verwendbar, während die Mehrzahl regelmäßig 
herausgeworfen wird. Sie bilden ein Element der fließenden Ueber: 
völkerung, das mit dem Umfange der Industrie wächst. Ein Teil 
davon wandert aus und reist in der Tat nur dem auswandernde? 
Kapital nach. Eine der Folgen ist, daß die weibliche Bevölkerung 
rascher wächst als die männliche, wie England bezeugt. Der Wider- 
spruch, daß der natürliche Zuwachs der Arbeiterbevölkerung die 
Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals nicht sättigt und sie dennoch 
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