Siebier Abschnitt.
man sagt, daß das Leben in vielen Teilen von London und Newcastle
höllisch ist.“ 118
Auch der bessergestellte Teil der Arbeiterklasse, zusamt Klein-
krämern und andern Elementen der kleinen Mittelklasse, fällt in
London mehr und mehr unter den Fluch dieser nichtswürdigen Be-
hausungsverhältnisse, im Maße, wie die „Verbesserungen“ und mit
ihnen die Niederreißung alter Straßen und Häuser fortschreiten, wie
Fabriken und Menschenzustrom in der Hauptstadt wachsen, endlich
die Hausmieten mit der städtischen Grundrente steigen. „Die Haus-
mieten sind so übermäßig geworden, daß wenige Arbeiter mehr als
ein Zimmer zahlen können.“ Es gibt fast kein Londoner Haus-
eigentum, das nicht mit einer Unzahl von „middlemen“ [Zwischen-
agenten] belastet wäre. Der Preis des Bodens in London steht näm-
lich stets sehr hoch im Vergleich zu seinen jährlichen Einkünften,
indem jeder Käufer darauf spekuliert, ihn früher oder später zu
einem Jurypreis (durch Geschworene festgesetzte Taxe bei ExX-
propriationen) wieder loszuschlagen oder durch Nähe irgendeines
großen Unternehmens außerordentliche Werterhöhung zu erschwin-
deln. Folge davon ist ein regelmäßiger Handel im Ankauf von
Mietkontrakten, die ihrem Verfall nahen. „Von den Gentlemen in
diesem Geschäft kann man erwarten, daß sie handeln, wie sie
handeln, soviel wie möglich aus den Hausbewohnern heraus-
zuschlagen und das Haus selbst in so elendem Zustand wie möglich
ihren Nachfolgern überlassen.‘ 120
Die Mieten sind wöchentlich, und die Herren laufen kein Risiko.
Infolge der Eisenbahnbauten innerhalb der Stadt „sah man kürzlich
im Osten Londons eine Anzahl aus ihren alten Wohnungen verjagter
Familien eines Samstags abends mit ihren wenigen weltlichen Hab-
seligkeiten auf dem Rücken umherwandern, ohne irgendeinen Ruhe-
platz außer dem Workhouse“.*21 Die Workhouses sind bereits über“
füllt und die vom Parlament bewilligten „Verbesserungen“ werden
eben erst in Angriff genommen. Werden die Arbeiter verjagt durch
Zerstörung ihrer alten Häuser, so verlassen sie nicht ihr Kirchspiel
oder siedeln sich höchstens an seiner Grenze, im nächsten fest
„Sie suchen natürlich möglichst in der Nähe ihrer Arbeitslokale zu
hausen. Folge, daß an der Stelle von zwei Zimmern eins die
Familie aufnehmen muß. Selbst zu erhöhter Miete wird die Wohn“
lichkeit schlechter als die schlechte, woraus man sie verjagt. Die
Hälfte der Arbeiter im Strand braucht bereits 2 Meilen Reise zum
Arbeitslokal.“
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Nacht aufsitzen mit Personen jedes Alters, trunken, unflätig und zank-
süchtig.“ (Ebenda, S, 56.)
128 Ebenda, S. 62. “
‘29 „Report of the Officer of Health of St. Martin’s in the Fields. 1865-
120 „Public Health. 8th Report. London 1866“, p. 91.
121 Ebenda, S. 88.
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