Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Siebter Abschnitt. 
in ganz anderm Grade als zuvor von der Konkurrenz des kapita- 
listisch betriebenen Ackerbaues erdrückt und liefern daher der 
Klasse der Lohnarbeiter beständig neue Rekruten. 
Die einzige große Industrie Irlands, die Leinenfabrikation. 
braucht verhältnismäßig wenig erwachsene Männer und beschäftigt 
überhaupt, trotz ihrer Ausdehnung seit der Verteuerung der Baum- 
wolle 1861 bis 1866, nur einen verhältnismäßig unbedeutenden Teil 
der Bevölkerung. Gleich jeder andern großen Industrie produziert sie 
durch stete Schwankungen in ihrer eigenen Sphäre beständig eine 
relative Uebervölkerung, selbst bei absolutem Wachstum der von 
ihr absorbierten Menschenmasse. Das Elend des Landvolkes bildet 
die Grundlage riesenhafter Hemdenfabriken usw., deren Arbeiter- 
armee zum größten Teil über das flache Land zerstreut ist. Wir 
finden hier das früher geschilderte System der Hausarbeit wieder, 
welches in Unterzahlung und Ueberarbeit seine methodischen Mittel 
der „Ueberzähligmachung“ besitzt. Endlich, obschon die Entvölke- 
rung nicht so zerstörende Folgen hat, wie in einem Lande entwickel- 
ter kapitalistischer Produktion, vollzieht sie sich nicht ohne beständi- 
gen Rückschlag auf den inneren Markt. Die Auswanderung läßt nicht 
nur leere Häuser zurück, sondern auch ruinierte Hausvermieter. 
Die Lücke, welche die Auswanderung hier schafft, verengert nich! 
nur die lokale Arbeitsnachfrage, sondern auch die Einkünfte der 
Kleinkrämer, Handwerker, kleinen Gewerbsleute überhaupt. Daher 
der Rückgang der Einkommen zwischen 60 und 100 Pifd. Sterl. in 
Tabelle E. 
Eine durchsichtige Darstellung der Lage der ländlichen Tage- 
löhner in Irland findet sich in den Berichten der irischen Armen- 
verwaltungs-Inspektoren (1870). Beamte einer Regierung, die 
sich nur durch die Bajonette und den bald offenen, bald verhüllten 
Belagerungszustand hält, müssen sie alle die Rücksichten der Sprache 
beobachten, die ihre Kollegen in England verachten; trotzdem aber 
erlauben sie ihrer Regierung nicht, sich in Illusionen zu wiegen. 
Nach ihnen hat sich die immer noch sehr niedrige Lohnrate auf 
dem Lande in den letzten 20 Jahren doch um 50 bis 60 pZt. erhöht 
und steht jetzt im Durchschnitt auf 6 bis 9 Shilling die Woche. Hinter 
dieser scheinbaren Erhöhung aber verbirgt sich ein wirkliches Fallen 
des Lohnes, denn sie gleicht nicht einmal den inzwischen erfolgten 
Preisaufschlag der notwendigen Lebensmittel aus; Beweis folgender 
Auszug aus den amtlichen Rechnungen eines irischen Workhouse: 
Wochendurchschnitt der Unterhaltungskosten pro Kopf. 
Jahr Nahrung | Kleidung \ 
29. September 1848 bis 29. September 1849, ] 15h. 34 P. 3 PP. 
29. CI 1868 „ 29. ” 1869..] 2 „» 74» 6 
1864 „Reports from the Poor Law Inspectors on the wages of Agricultural 
Labourers in Dublin, 1870.“ Vgl. auch „Agricultural Labourers (Ireland) 
Return etc. dated 8th March 1861“. London 1862. 
' Zusammen 
1Sh.6}P. 
18 „» 15»
	        
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