zuführen, ist nur lösbar mit einer starken einmaligen Ver
mögensabgabe, die in Kriegsanleihen bezahlt werden und bei
den größten Vermögen vielleicht bis auf etwa 25 % gehen kann.
Sie vermindert natürlich zunächst die Schulden des Reiches und
danrit die Anforderungen für die Verzinsung, was von großer
Wichtigkeit ist. Aber sie wird es auch der Regierung ermöglichen,
den Erwerbswirtschaften in gewissem Amfange Kapital zur Fort
führung ihrer Betriebe zur Verfügung zu stellen. Eine Vermögens
steuer, die mit 1 °/o bei 5000 Mark Vermögen beginnt, bei 100 000
Mark Vermögen 7 1 /, %, bei 1 Million Mark 15 %, bei 10 Mil
lionen Mark 20 % beträgt und eventuell noch bis 30 % weiter
steigt, wird 25 bis 30 Milliarden Mark ergeben und um so viel die
Kriegsschuld vermindern. Allerdings wird sie auf inanche Betriebe,
z. B. in der Landwirtschaft, als Rente mit einer Amortisations
quote auf das Gut eingetragen werden müssen. Es wäre auch
durchaus möglich, daß große Anternehmungen sie zum Teil in natura,
bezahlen, ein großer Rittergutsbesitzer z. B. eines von mehreren
Gütern an den Staat abtritt. Es wird sich dann für ihn schon Ge
legenheit geben, diesen Besitz zu Geld zu machen. Außerdem aber
müßten alle im Kriege gestiegenen Einkommen und Vermögen,
auch die durch Erbansall (außer an Deszendenten und Ehegatten)
gestiegenen, noch einmal besonders getroffen werden.
Eine solche Vermögensabgabe ist zugleich das einzige Mittel,
ein starkes Sinken der Kriegsanleihen zu verhindern, welches sonst
infolge des Kapitalbedürfnisses der Erwerbswirtschaften eintreten
würde. Der Staat kann die Gelder, die er so erhält, zum mindesten
also die ersparten Zinsen sowie sonstige Einnahmen aus Steuer
erhöhungen u. dgl., dann dazu verwenden, den Erwerbswirtschaften
Kapital zur Verfügung zu stellen. And zwar wird es sich vor allem
um eine Anterstützung der Kleinbetriebe handeln. Das Ganze
trägt also den Charakter der Mittelstandspolitik. Große Anter
nehmungen, namentlich Aktiengesellschaften, können und konnten
sich auch in, Kriege leicht neues Kapital beschaffen unter Aus
nutzung ihres Aktienagios. Auch ist es eine alte Erfahrung, daß
sie am leichtesten von den Banken Kredit erhalten. Die Klein- und
Mittelbetriebe waren schon vor dem Kriege in dieser Äinsicht in
viel ungünstigerer Lage. Hier wird es unter Amständen Aufgabe
des Staates sein, unterstützend einzugreifen. Es kann das in sehr-
verschiedener Weise geschehen, z. B. durch Berücksichtigung bei der
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