Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Register. 
graphisches einzuordnen, wo der Leser unter den Namen verschiedener 
Länder das Wichtigste zusammengestellt findet, was im „Kapital“ über ihre 
Zustände und Geschichte gesagt ist, 
Zusammen mit Engels’ „Lage der arbeitenden Klasse in England“ bildet 
das „Kapital“ den Ausgangspunkt und das Vorbild einer gewaltigen Litera- 
lur, die die Lage, die Zustände der verschiedenen Kategorien der Arbeiter- 
klasse schildert. Dieses reiche sozialstatislische Material ist in unserm 
Register nicht nur nach allgemeinen Schlagworten, sondern auch nach ein- 
zelnen Industrien und Berufen geordnet. 
£benso wichtig ist das „Kapital“ als sozialpolitisches Werk. Bis jetzt 
bleibt es noch das grundlegende Werk auf diesem Gebiete, und nirgends 
Enden wir die Fragen der Arbeiterschutzgesetzgebung, der Regulierung des 
Arbeitsiages, der Fabrikinspektion so tief und originell behandelt wie im 
ersten Band des „Kapital“. 
Ist auch Marx nicht mehr dazu gekommen, wie er es sich vornahm, die 
Gewerkschaftsbewegung in ihrem Einfluß auf die Gestaltungen des Gesamt- 
prozesses, auf die Aenderungen in der Verteilung des Wertprodukts zwischen 
der Arbeiterklasse und der Kapitalistenklasse zu analysieren und zu schil- 
dern,? so gibt doch auch der erste Band des „Kapital“ noch bis jetzt die beste 
I/heoretische Begründung des Kampfes der Arbeiterklasse um die Verbesse- 
rung ihrer Arbeitsbedingungen (Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung). 
Auch unter diesem Gesichtspunkt sind eine Reihe von Schlagworten ins 
Register aufgenommen, die ebensowohl theoretische wie praktische Fragen 
der Gewerkschaftsbewegung berücksichtigen. 
Stellt sich das „Kapital“ als seine Aufgabe die kritische Zergliederung 
der gegebenen kapitalistischen Produktionsweise, die Erforschung ihrer Be- 
wegungsgesetze, will es keine praktischen Vorschläge zur Beseitigung aller 
sozialen Uebel oder, wie Marx im Vorwort sarkastisch sagt, „Rezepte für 
die Garküche der Zukunft“ geben, so finden wir doch im „Kapital“ nebst 
einer klassischen Begründung aller Nächstforderungen des Proletariats auch 
die Grundsätze der zukünftigen, der sozialistischen Gesellschaft, wie sich 
deren materiellen und intellektuellen Elemente schon im Schoße des Kapita- 
lismus entwickeln. 
Das sind die Hauptgruppen der Schlagworte, unter die der reiche Inhalt 
des ersten Bandes verteilt und registriert werden konnte. Und da eine 
solche Klassifikation doch immer zu roh und zu grob ist, um diesen Ge- 
dankeninhalt völlig zu erschöpfen, so haben wir oft dieselben Gedanken- 
gänge unter verschiedenen Schlagworten registriert, um so ein Gegengewicht 
gegen jede Einseitigkeit zu schaffen. 
Obwohl wir uns vor allen Dingen das Ziel gestellt haben, die Bildungs- 
bedürfnisse der „gewöhnlichen Leser“ zu befriedigen, hoffen wir, daß das 
Register auch Lesern, die das „Kapital“ gut kennen, Dienste leisten, daß 
es auch insbesondere den Redakteuren der Partei- und Gewerkschafts- 
presse sowie allen andern Praktikern des proletarischen Emanzipations- 
kampfes als ein Hilfsmittel in der aufreibenden Tagesarbeit dienen wird. 
N. Rjasanoff, 
* Vergleiche die Ansätze in dem Marxzschen Vortrag über „Lohn, Preis und Profit“ 
(deutsch von E. R. Bernstein, Frankfurt a. M. 1908).
	        
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