Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

Erstes Kapitel. 
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Schaft. Jene alten gesellschaftlichen Produktionsorganismen sind 
außerordentlich viel einfacher und durchsichtiger als der bürger- 
liche, aber sie beruhen entweder auf der Unreife des individuellen 
Menschen, der sich von der Nabelschnur des natürlichen Gattungs- 
Ausammenhanges mit andern noch nicht losgerissen hat, oder auf un- 
Mittelbaren Herrschafts- und Knechtschaftsverhältnissen. Sie sind 
bedingt durch eine niedrige Entwicklungsstufe der Produktivkräfte 
der Arbeit und entsprechend befangene Verhältnisse der Menschen 
innerhalb ihres materiellen Lebenserzeugungsprozesses, daher zu- 
$nander und zur Natur. Diese wirkliche Befangenheit spiegelt sich 
ideell wider in den alten Natur- und Volksreligionen. Der religiöse 
Widerschein der wirklichen Welt kann überhaupt nur verschwinden, 
Sobald die Verhältnisse des praktischen Werkeltagslebens den 
Menschen tagtäglich durchsichtig vernünftige Beziehungen zuein- 
ander und zur Natur darstellen. Die Gestalt des gesellschaftlichen 
Lebensprozesses, das heißt des materiellen Produktionsprozesses, 
streift nur ihren mystischen Nebelschleier ab, sobald sie als Pro- 
dukt frei vergesellschafteter Menschen unter deren bewußter plan- 
mäßiger Kontrolle steht. Dazu ist jedoch eine materielle Grundlage 
ler Gesellschaft erheischt oder eine Reihe materieller Existenz- 
bedingungen, welche selbst wieder das naturwüchsige Produkt einer 
langen und qualvollen Entwicklungsgeschichte sind. 
Die politische Oekonomie hat num zwar, wenn auch unvoll- 
kommen !!, Wert und Wertogröße analvsiert und den in diesen For- 
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3 Wie schon S.17 bemerkt, sagt Benj. Franklin: „Da der Handel über- 
üaupt nichts ist als der Austausch einer Arbeit gegen andere Arbeit, wird 
der Wert aller Dinge am richtigsten in Arbeit geschätzt.“ („The Works of 
Benj. Franklin, etc, ed. by Sparks. Boston 1886“, vol. II, p. 267.) 
Franklin findet es ebenso natürlich, daß die Dinge Wert, wie daß die Körper 
Schwere besitzen. Von seinem Standpunkt handelt es sich einfach darum, 
herauszufinden, wie dieser Wert so genau wie möglich gemessen werden 
%ann, Er bemerkt nicht einmal, daß er bei der Behauptung, man schätze 
len Wert aller Dinge am richtigsten in Arbeit, von dem Unterschied der 
Ausgetauschten Arbeiten abstrahiert und sie auf gleiche menschliche Arbeit 
'eduziert. Sonst hätte er sagen müssen: Da der Austausch von Schuhen und 
Stiefeln gegen Tische nichts anderes ist als ein Austausch von Schuhmacher- 
arbeit gegen Tischlerarbeit, mißt man durch die Tischlerarbeit am ge- 
ü4auesten den Wert der Stiefel! Indem er das Wort „Arbeit“ im allgemeinen 
Zebraucht, abstrahiert er von dem Nützlichkeitscharakter und von der kon- 
kreten Form der verschiedenen Arbeiten. 
ä Das Unzulängliche in Ricardos Analyse der Wertgröße — und es ist 
16 beste — wird man aus dem dritten und vierten Buch dieser Schrift 
Eschen, Was aber den Wert überhaupt betrifft, so unterscheidet die 
Kässische politische Oekonomie nirgendwo ausdrücklich und mit klarem 
wußtsein die Arbeit, wie sie sich im Wert, von derselben Arbeit, 
Soweit sie sich im Gebrauchswert ihres Produkts darstellt. Sie macht 
atürlich den Unterschied tatsächlich, da sie die Arbeit das eine Mal 
Quantitativ, das andere Mal qualitativ betrachtet. Aber es fällt ihr nicht 
Sin, daß bloß quantitativer Unterschied der Arbeiten ihre qualitative Ein-
	        
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